Alle Experten haben eine spannende Serie vorhergesagt, es ist eine spannende Serie: Nach Spiel 2 des Viertelfinales zwischen den Fitness First Würzburg Baskets und den Telekom Baskets Bonn hat jedes Team einen Sieg auf dem Konto. Die Bonner holten sich den Ausgleich am Montagabend im fast ausverkauften Telekom Dome nach einer hart umkämpften Partie auf Augenhöhe mit einem 15:3-Lauf im vierten Viertel. Den daraus resultierenden Zwölf--Punkte-Rückstand (84:72, 38. Minute) konnten die Gäste aus Würzburg in der Crunchtime nicht mehr aufholen - der Endstand lautete 88:81 für Bonn.
Topscorer der Partie waren drei Würzburger: Marcus Carr mit 20, Johnathan Stove mit 19 und Davion Mintz mit 17 Punkten. „Wir haben heute den Ball nicht gut bewegt und hatten nur 7 Assists. Außerdem müssen wir besser verteidigen. Zuhause müssen wir härter spielen und weniger Offensivrebounds zulassen“, sagte Stove nach dem Spiel live bei Dyn.
Die Serie ist jetzt wieder völlig offen, der Heimvorteil ist aber im Moment auf Würzburger Seite: Die Fitness First Würzburg Baskets können mit zwei Heimsiegen am Freitag um 20:30 Uhr und am Pfingstsonntag um 16:30 Uhr in der tectake ARENA zum dritten Mal in Folge ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft einziehen. Für Spiel 3 am Freitag gibt es noch einige Tickets im Onlineshop. Der Vorverkauf für Spiel 4 beginnt dort am heutigen Dienstag um 18 Uhr. Dauerkarteninhaber haben bis Donnerstag um 12 Uhr Zeit, ihre Stammplätze zu buchen, dann startet der freie Verkauf.
Nach der starken Defensivleistung der Baskets im ersten Spiel am Samstag war es auch am Montagabend eine sehr körperbetonte und hart umkämpfte Partie, in der beide Teams offensiv erfolgreicher agierten. Die Hausherren bewegten den Ball besser und kamen dadurch zu deutlich mehr Abschlüssen in Korbnähe, die sie auch konsequenter nutzen konnten als die Schützlinge von Sasa Filipovski.
Die mussten sehr häufig ihr Heil in Eins-gegen-Eins-Situation suchen und bekamen dabei gegen die konzentrierte Bonner Verteidigung fast nur schwierige Abschlüsse. Die Trefferquote aus dem Zweierbereich (Bonn 61 Prozent – Würzburg 41 Prozent) machte daher in diesem Spiel den Unterschied aus, die Gastgeber erzielten in der Zone 16 Punkte mehr.
Vor allem den Topscorer aus Spiel 1 hatte Bonn dieses Mal viel besser im Griff: Davion Mintz erzielte zwar wieder 17 Punkte, sechs davon allerdings erst in der Schlussphase mit zwei Drei-Punkte-Würfen, die am Ausgang des Spiels nichts mehr änderten.
Bonn startete wie erwartet sehr energisch ins Spiel und ging durch einen Korbleger von Michael Kessens und einen Dunk von Jeff Garrett mit 4:0 in Führung. Nach dem ersten Dreier von Joel Aminu lagen die Gastgeber nach weniger als drei Minuten mit 10:4 vorne, dann fanden auch die Baskets ihren Rhythmus und drehten den Spielstand unter anderem durch Dreier von Mintz, Lukas Herzog und Brae Ivey noch im ersten Viertel (20:24).
Auch im zweiten Abschnitt blieb es ein hartes Playoff-Duell auf Augenhöhe. Ein Bonner /:0-Lauf drehte den Spielstand auf 27:24, Davion Mintz sorgte kurze Zeit später per Dreier wieder für den Ausgleich (29:29, 13. Minute). Ihre nächsten sieben Punkte erzielten die Baskets von der Freiwurflinie, ehe der starke Johnathan Stove (14 Punkte in der ersten Halbzeit) den nächsten Würzburger Dreier zum Zwischenstand von 37:39 versenkte. Mit einer Zwei-Punkte-Führung (41:43) konnten die Gäste kurze später auch in die Halbzeitpause gehen.
Wie in den ersten beiden Vierteln waren die Bonner auch nach dem Seitenwechsel als erste am Drücker und zogen wieder davon: Ihr 16:5-Lauf stellte den Spielstand in der 25. Minute auf 57:48. Die Würzburg Baskets ließen sich davon nur kurz beeindrucken und starteten die nächste Aufholjagd. Bis zum Ende des dritten Abschnitts kamen sie auf 65:60 und in der 34. Minute durch einen Dreier und zwei Freiwürfe von Marcus Carr wieder auf 69:68 heran.
Die Vorentscheidung fiel in den kommenden beiden Spielminuten, in denen die Bonner sich durch einen 8:0-Lauf schnell wieder absetzen konnten (77:68, 36. Minute). Kurze Zeit später war der Abstand nach einem Dreier und zwei Freiwürfen von Jalen Finch zum ersten Mal zweistellig (84:72), am Bonner Heimsieg änderten in den letzten zweieinhalb Minuten auch die beiden bereits erwähnten Dreier von Davion Mintz nichts mehr.
Telekom Baskets Bonn – Fitness First Würzburg Baskets 88:81
(20:24, 21:19, 24:17, 23:21)
Für Würzburg spielten:
Marcus Carr 20 Punkte/3 Dreier, Johnathan Stove 19/2, Davion Mintz 17/4, Brae Ivey 8/1, Eddy Edigin Jr. 6, Lukas Herzog 5/1, David Muenkat 4, Charles Thompson 2 (6 Rebounds), Christian Skladanowski, Alen Pjanic.
Top-Performer Bonn:
Joel Aminu 16/2, Michael Kessens 15, Jeff Garrett 15 (9 Rebounds), Alijah Comithier 15/2, Grayson Murphy 7/1 (8 Assists).
Key Stats:
Zweierquote: Würzburg 41 Prozent – Bonn 61 Prozent
Assists: Würzburg 7 – Bonn 20
Punkte in der Zone: Würzburg 26 – Bonn 38
Stimmen zum Spiel
Johnathan Stove, Fitness First Würzburg Baskets:
„Es ging heute nicht so sehr um Bonn, es ging mehr um uns. Wir haben im Angriff den Ball nicht gut bewegt und hatten nur 7 Assists. Das ist nicht das, was wir spielen wollen. Außerdem müssen wir natürlich besser verteidigen. 88 Punkte sind zu viel, nach dem wir sie im ersten Spiel auf 54 gehalten haben. Wir waren die ganze Saison aber immer wieder in diesen Situationen und haben gegen starke Mannschaften gespielt. Es sind die Playoffs, daher war es klar, dass sie sich etwas einfallen lassen. Deswegen sage ich, dass es mehr um uns geht und weniger um das, was Bonn macht. Wir haben jetzt den Heimvorteil und müssen zuhause härter spielen und auch wieder weniger Offensivrebounds zulassen.“
Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg:
„Glückwunsch an Bonn zum Sieg. Damit steht es jetzt 1:1 in der Serie, und wir fahren zurück nach Würzburg, um in den kommenden Heimspielen wieder alles zu geben. Wir sind eigentlich gut in die Partie gestartet und lagen zur Halbzeit vorne. Im dritten Viertel haben wir dann allerdings die Konzentration verloren. Nach der rund siebenminütigen Unterbrechung durch die Instant-Replay-Situation war das Spiel plötzlich komplett anders. Ich hoffe außerdem, dass Brae Ivey bis zum nächsten Spiel wieder fit wird. Ein großes Lob geht erneut an beide Fanlager für die fantastische Atmosphäre. In Bonn herrscht eine großartige Basketballkultur, davor habe ich großen Respekt. Es ist wirklich etwas Besonderes. Deshalb nochmals Kompliment an Bonn und an beide Fangruppen.“
Marko Stankovic, Headcoach Telekom Baskets Bonn:
„Zunächst einmal Glückwunsch an meine Mannschaft zu diesem wichtigen Sieg. Außerdem möchte ich beiden Teams ein Kompliment für die gute basketballerische Leistung machen – sowohl offensiv als auch defensiv. Es war ein klassisches Playoff-Spiel mit viel Körperkontakt und hoher Intensität. Im ersten Spiel haben wir das erste Viertel gewonnen und danach die restlichen drei verloren. Diesmal war es genau andersherum: Wir haben das erste Viertel verloren, aber die folgenden drei gewonnen. Jetzt steht es 1:1 in der Serie. Insgesamt hat mir sehr gefallen, wie meine Mannschaft auf die Niederlage im ersten Spiel reagiert hat. Wir waren von Beginn an fokussiert, bereit, um jeden Ball zu kämpfen und alles für den Sieg zu investieren. Jetzt müssen wir komplett resetten, regenerieren und uns das Video des Spiels genau anschauen, um mögliche Anpassungen vorzunehmen. Es ist extrem schwierig, gegen die Guards von Würzburg Baskets zu verteidigen. Sie sind starke Scorer und gute Playmaker, können aus Isolationen, aus dem Pick-and-Roll oder nach Blöcken kreieren und abschließen. Insgesamt haben wir aber einen guten Job gemacht und viele Angriffe erzwungen, die erst spät in der Shotclock zu schwierigen Würfen geführt haben. Verbessern müssen wir allerdings weiterhin unser Defensiv-Rebounding. Würzburg kam nun im zweiten Spiel in Folge auf 19 Punkte nach zweiten Chancen – das ist in einer Playoff-Serie eindeutig zu viel. Ich freue mich jetzt auf die Spiele in Würzburg und auf die großartige Atmosphäre dort. Ich hoffe natürlich, dass uns auch viele unserer Fans begleiten werden.“


