NERVÖSER AUFTAKT: BASKETS UNTERLIEGEN GEGEN OLDENBURG

Die Fitness First Würzburg Baskets sind mit einer Heimniederlage in die neue Saison der easyCredit BBL gestartet: Vor 2.845 Zuschauenden in der tectake ARENA mussten sie sich am Freitagabend gegen die EWE Baskets Oldenburg nach einem klassischen „Spiel der Läufe“ mit 68:77 (33:40) geschlagen geben. Nach einem nervösen Start lag die Heimmannschaft nach dem ersten Viertel mit neun Punkten hinten, blieb danach aber im Spiel und drehte die Partie nach der Pause: Die Baskets starteten mit einem 18:2-Lauf ins dritte Viertel und lagen danach ihrerseits mit neun Zählern vorne.

Den entscheidenden Lauf hatten dann aber die Gäste aus Niedersachsen, die mit einem viertelübergreifenden 24:5-Zwischenspurt die Vorentscheidung herbeiführen und eine Führung von zwölf Punkten (56:68) danach bis zur Schlusssirene verteidigen konnten. „Oldenburg hat viel physischer und mit mehr Selbstvertrauen gespielt als wir. Sie hatten 17 Offensivrebounds und neun Würfe mehr“, sagte Baskets-Headcoach Saša Filipovski nach dem Duell mit seinem früheren Assistenten Milenko Bogicevic auf Oldenburger Seite.

Baskets-Topscorer war Brandon Tischler, der im Duell mit seinem Zwillingsbruder Nicholas live bei Dyn 15 Punkte auflegte und neun Rebounds holte. „Ein gutes Viertel ist zu wenig“, so Tischler nach dem Spiel. Auf Würzburger Seite trafen außerdem Eddie Colbert III (14 Punkte/12 Rebounds) und Sam Griffin (10) zweistellig.

Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets bereits am Sonntag mit einem der schwierigsten Auswärtsspiele der Saison: Um 18 Uhr (live bei Dyn) geht es in der ratiopharm arena gegen ratiopharm ulm. Das nächste Heimspiel findet am kommenden Freitag (2. Oktober/20 Uhr) statt, Gegner sind die Telekom Baskets Bonn. Für das Rematch des Playoff-Viertelfinales gibt es noch Tickets im Onlineshop.

Acht Offensivrebounds weniger und acht Ballverluste mehr: So erklärt sich die Tatsache, dass die Oldenburger in der ersten Halbzeit 16 und nach vierzig Minuten 19 Abschlüsse mehr aus dem Spiel hatten als die Filipovski-Schützlinge. Ein nervöser Start der Gastgeber gegen die nach zwei Siegen zum Saisonauftakt mit viel Selbstvertrauen agierenden Donnervögel führte dazu, dass der erste Korberfolg erst nach mehr als drei Minuten gelang: Eddie Colbert III traf von der Dreierlinie zum 5:6.

Die ersten Würzburger BBL-Punkte der neuen Saison hatte zuvor Brandon Tischler erzielt, der danach mit einem Block gegen Nate Johnson auch gleich seine defensiven Qualitäten unter Beweis stellte. Oldenburg sammelte bereits im ersten Viertel sechs Offensivrebounds ein, ließ den Ball gut laufen und traf, wie im weiteren Spielverlauf auch, immer wieder schwierige Würfe. Das Heimteam hielt mit den besseren Trefferquoten dagegen, lag nach den ersten zehn Minuten mit drei Korberfolgen bei nur zehn Versuchen aber mit 12:21 hinten.

Ab dem zweiten Abschnitt hielten die Würzburg Baskets physisch besser dagegen, sodass die Oldenburger ihren Vorsprung zwar halten, aber nicht entscheidend ausbauen konnten. Kurz vor dem Seitenwechsel verkürzten Sam Griffin, Eddie Colbert und Max Jones mit einem 5:0-Lauf auf 33:38, ehe Oldenburgs Center Demajeo Wiggins nach einem blitzsauberen Zuspiel von Jeremy Roach eine Korbleger zum Halbzeitstand von 33:40 traf.

„In der Pause hat unser Coach uns daran erinnert, wie physisch wir im Training miteinander umgehen und dass wir uns für die harte Arbeit belohnen sollen. Das haben wir dann auch aufs Feld gebracht“, sagte Brandon Tischler nach dem Spiel im Dyn-Interview. Er und seine Kollegen kamen mit jeder Menge Wut im Bauch zurück auf das Parkett der tectake ARENA, die sich in den folgenden sieben Spielminuten wieder zu der in der gesamten Liga gefürchteten Turnhölle wurde.

Ganze zwei Oldenburger Zähler ließen die Baskets in diesem Zeitraum zu, einen von Eddie Colbert per Dreier eingeleiteten 18:2-Lauf vollendeten Charles Thompson mit einem krachenden Dunk und Lukas Herzog mit einem Dreier zum 51:42 in der 28. Minute.

Oldenburgs Headcoach Milenko Bogicevic, vor sechs Jahren Assistent von Saša Filipovski beim AS Monaco, nahm seine zweite Auszeit nach der Pause. Danach sorgte Nicholas Tischler für die entscheidende Wende im Spiel: Er blockte einen Dreierversuch von Max Jones, erzwang einen Ballverlust von Charles Thompson und traf selbst drei Dreier in Folge zum 52:51.

Damit war das Momentum wieder auf Oldenburger Seite, und die Gäste legten mit einem 24:5-Lauf zum Zwischenstand von 56:68 knapp sechs Minuten vor Schluss den Grundstein zu einem unter dem Strich verdienten Auswärtssieg. Die Baskets steckten nicht auf, kämpften bis zur letzten Sekunde, konnten den zweistelligen Rückstand gegen clevere Oldenburger aber nicht mehr entscheidend verkürzen.

80 Sekunden vor dem Ende keimte noch einmal kurz Hoffnung auf, als Sam Griffin per Dreier zum 68:75 traf. Beim folgenden Korbleger von Charles Thompson entschieden die Schiedsrichter dann aber auf einen Verstoß gegen die Drei-Sekunden-Regel, sodass die Würzburger Aufholjagd mit 43 Sekunden auf der Spieluhr beendet war. 



Stimmen zum Spiel
 

Brandon Tischler, Fitness First Würzburg Baskets: 
„Ich denke, unser Hauptproblem heute war die Physis. Wir sind ein sehr physisches Team, das sieht man daran, wie wir im Training miteinander umgehen. Das müssen wir aber auch auf’s Parkett bringen, das haben wir teilweise auch gemacht. Das Rebounding hat den Ausschlag gegeben. Wir haben Stopps bekommen, sehr gut als Team verteidigt und kommuniziert, dann aber zu viele zweite und dritte Chancen zugelassen. Damit wird es schwer. Wir hatten aber auch sehr gute Phasen, die Halle war crazy. Schade, dass wir den Sieg nicht holen konnten. Unser Coach findet immer die richtigen Worte. Er hat uns in der Halbzeit daran erinnert, wie wir im Training miteinander umgehen und dass wir uns für die harte Arbeit belohnen sollen. Das haben wir im dritten Viertel auch auf’s Feld gebracht, aber ein gutes Viertel ist zu wenig.“

Saša Filipovski, Head Coach Fitness First Würzburg Baskets: 
"Glückwunsch an Oldenburg, sie waren heute die bessere Mannschaft. Sie haben viel physischer und mehr Selbstvertrauen gespielt als wir. Der Beginn einer neuen Saison ist immer schwierig, bis man mit dem ersten Sieg das Eis gebrochen hat. Das hatte Oldenburg am ersten Spieltag zuhause bereits geschafft. Mein Team ist dagegen sehr ängstlich und ohne Selbstvertrauen gestartet. Das konnten wir in der Pause ändern, sind dann sehr gut ins dritte Viertel gestartet und haben uns die Führung geholt. Im vierten Viertel hatten wir dann nicht genug Stabilität. Ein Schlüssel waren heute die Rebounds, Oldenburg hatte 17 Offensivrebounds und 19 Würfe mehr als wir. Damit es schwer, ein Spiel zu gewinnen. Glückwunsch an Milenko, ich freue mich für ihn persönlich. Wir müssen mit unserer neuen Mannschaft Geduld haben, mit mehr Selbstvertrauen spielen und so schnell wie möglich den ersten Sieg holen."

Milenko Bogicevic, Head Coach EWE Baskets Oldenburg: 
„Ich möchte als Erstes meinen Spielern gratulieren. Das ist ihr Sieg, ein Sieg des Charakters und unseres Systems. Während des Spiels hatten zwei meiner Spieler Probleme mit Verletzungen, sie haben aber mit viel Herz bis zum Ende weitergespielt. Deswegen bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft. Wie schon gesagt, das war ein Sieg des Charakters und unserer Einheit, nachdem wir im dritten Viertel mit neun Punkten in Rückstand lagen. Es war ein emotionales Spiel für mich. Ich war Assistant Coach von Saša Filipovski, er ist ein großartiger Coach und ein großartiger Mensch. Ich habe viel von ihm gelernt, er hat meiner Karriere sehr geholfen. Auch Kreso Loncar ist ein guter Freund von mir. Deswegen wünsche ich Würzburg eine gute Saison. Ich bin mir sicher, dass sie hart arbeiten und ihren Weg finden werden.“



Fitness First Würzburg Baskets – EWE Baskets Oldenburg 68:77
(12:21, 21:19, 21:13, 14:24)

Für Würzburg spielten: 
Brandon Tischler 15 Punkte/1 Dreier (9 Rebounds), Eddie Colbert III 14/2 (12 Rebounds), Sam Griffin 10/2, Charles Thompson 7, Leo Saffer 4 (8 Rebounds), Calvin Wishart 4, Lukas Herzog 4/1, Max Jones 4, Alen Pjanic 3/1, Kenny Dye 3 (9 Assists).

Top-Performer Oldenburg: 
Nicholas Tischler 14/3, Jeremy Roach 13/1 (8 Assists), Demajeo Wiggins 8 (9 Rebounds).


Key Stats:
Offensivrebounds: Würzburg 9 – Oldenburg 17 
Ballverluste: Würzburg 14 – Oldenburg 6 
Steals: Würzburg 4 – Oldenburg 8 

FOTO: studiozudem.de / Viktor Meshko