MIT NIEDERLAGE IM GEPÄCK NACH CHALON-SUR-SAÔNE

Der Dreierregen der Gastgeber in der zweiten Halbzeit machte den Unterschied im Spitzenspiel am Sonntagnachmittag: Die Fitness First Würzburg Baskets haben am 17. Spieltag der easyCredit BBL bei bei Tabellenführer FC Bayern München Basketball eine 79:98-Niederlage hinnehmen müssen, gehören nach Abschluss der Hinrunde aber weiterhin zum Spitzenquartett der Liga. Nach einer (fast) ausgeglichenen ersten Halbzeit (37:36) trafen die Münchner ihre ersten fünf Dreier im dritten Viertel, setzten sich dadurch vorentscheidend ab und ließen hinterher im Stil einer Spitzenmannschaft nichts mehr anbrennen und machten auf ihren 13. BBL-Sieg in Serie früh den Deckel drauf.

Topscorer auf Würzburger Seite war Brae Ivey mit 18 Punkten. „Wenn du gegen eine sehr effiziente Mannschaft wie München einen Fehler machst, bestrafen sie dich. Wir hatten in der zweiten Halbzeit ein paar Fehler zu viel“, sagte Ivey hinterher live bei Dyn. Am Montag fliegen die Baskets von München aus nach Lyon. Von dort geht es rund 125 Kilometer in den Norden nach Chalon-sur-Saône, wo die Schützlinge von Headcoach Saša Filipovski in der Basketball Champions League bereits am Dienstag um 20 Uhr (live bei Dyn) beim zweifachen französischen Meister Elan Chalon antreten.

Schon im ersten Viertel brauchten die Spieler des Tabellenzweiten längere Zeit, um in der Partie anzukommen: Die Münchner starteten vor 6500 Zuschauenden im ausverkauften BMW Park mit vier erfolgreichen Angriffsaktionen und lagen mit 8:0 vorne, erst dann netzte Jonathan Stove den ersten Würzburger Dreier ein.

Justinian Jessup und der starke Isiaha Mike sorgten danach für den erste zweistelligen Abstand (13:3, 5. Minute). Die Baskets schlugen mit einem 8:3-Lauf zurück, waren jetzt an beiden Enden des Parketts voll da und konnten bis zur ersten Viertelpause auf 20:14 verkürzen.

Im zweiten Abschnitt ging die Aufholjagd erfolgreich weiter: Brae Ivey, Eddy Edigin, Marcus Carr und Johnathan Stov waren an einem Würzburger 10:3-Lauf beteiligt, mit dem sich die Gäste in der 13. Minute ihre erste, aber auch einzige Führung im Spiel holen konnten: Stove stellte das Ergebnis mit einem „And One“ auf 23:24. Die Bayern antworteten mit zwei Dreiern und zwei erfolgreichen Freiwürfen von Nationalspieler Andi Obst (31:26, 16. Minute), der am Ende in 15 Minuten Spielzeit auf 16 Punkte kam.

Die Baskets zeigten sich wenig beeindruckt und blieben weiter im Spiel: Unter anderem setzte sich Kapitän Eddy Edigin Jr. zweimal am Brett durch, und Brae Ivey traf einen Dreier zum knappen Halbzeitstand von 37:36.

Der Start in die zweite Halbzeit verlief dann aber ähnlich wie im ersten Viertel: Niels Giffey, Justinian Jessup, Isiaha Mike und Justus Hollatz trafen die ersten vier Drei-Punkte-Versuche der Münchner, die durch einen 14:5-Lauf schnell wieder zweistellig davonziehen konnten (51:41, 25. Minute).

Das Geschehen in den verbleibenden rund 15 Spielminuten ist schnell erzählt: Die Baskets gaben alles, ihre Gastgeber hatten aber immer eine Antwort und erhöhten den Abstand kurz vor Ende des dritten Viertels auf 65:51.

In den Schlussabschnitt startete Sasa Filipovski unter anderem mit dem 17-jährigen Marko Petric und mit Lukas Herzog, der drei Dreier in Folge versenkte und dadurch den mitgereisten Würzburger Fans beim Spielstand von 73:62 in der 34. Minute noch einmal Hoffnung auf eine Wende gab. Die Bayern ließen sich mit ihrem achten BBL-Heimsieg vor Augen aber nicht mehr stoppen und zogen in den nächsten beiden Minuten auf 83:68 davon . damit war die Partie entschieden.


Wichtiges Auswärtsspiel bei Elan Chalon am Dienstagabend


Ganze 51 Stunden nach dem Ende des BBL-Spitzenspiels geht es für die Fitness First Würzburg Baskets in der Basketball Champions League weiter: Das Auswärtsspiel in Frankreich bei Elan Chalon am Dienstag um 20 Uhr ist das zehnte Pflichtspiel innerhalb eines Monats, sechs davon fanden auswärts statt. Die Partie im „Le Colisée“ in der 45.000-Einwohnerstadt Chalon-sur-Saône in der Weinregion Burgund wird für Abonnenten wie gewohnt live bei Dyn übertragen, Kommentator wird Florian von Stackelberg sein.

Elan Chalon hat zweimal die französische Meisterschaft gewonnen und ist auch zweifacher Pokalsieger. In drei europäischen Wettbewerben (Saporta Cup, FIBA EuroChallenge und FIBA Europe Cup) hat der Tabellenneunte der ersten französischen Liga (9 Siege/8 Niederlagen) seit 2001 das Finale erreicht. In der Basketball Champions League starteten die Franzosen mit einem Auswärtssieg bei ALBA BERLIN in die Gruppe B, landeten am Ende mit fünf Siegen und nur einer Niederlage hinter Berlin auf Rang zwei und warfen in den Play-Ins den griechischen Vertreter Promitheas Patras in zwei Spielen aus dem Wettbewerb.

Beim Start in die Achtelfinal-Runde kassierte Chalon bei Joventut Badalona eine deutliche 75:107-Niederlage. Am Wochenende gewann das Team in der heimischen Liga das Heimspiel gegen Cholet mit 87:77. Vor dem Start in die „Round of 16“ hat sich der Klub mit dem US-Amerikaner Grant Golden verstärkt, den die Baskets aus der vergangenen Spielzeit sehr gut kennen: Im Trikot von AEK Athen erzielte der US-Amerikaner in den beiden Begegnungen 33 Punkte und holte 13 Rebounds. 


FC Bayern München Basketball - Fitness First Würzburg Baskets 98:79
(20:14, 17:22, 28:15, 33:28)


Für Würzburg spielten:
Brae Ivey 18 Punkte/3 Dreier, Johnathan Stove 13/2, Lukas Herzog 9/3, Eddy Edigin Jr. 9, Davion Mintz 9/1, Marcus Carr 8, Christian Skladanowski 4, Charles Thompson 4 (8 Rebounds/4 Assists), David Muenkat 3, Marko Petric 2, Leo Saffer.

Top-Performer München:
Isaiah Mike 20/4, Andreas Obst 16/4, Vladimir Lucic 14/2, Justinian Jessup 14/2, Justus Hollatz 5/1 (11 Assists).


Key Stats:
Dreierquote: Würzburg 36 Prozent - München 52 Prozent
Punkte aus zweiten Chancen: Würzburg 10 - München 23
Rebounds: Würzburg 27 - München 38


Stimmen zum Spiel

Brae Ivey, Fitness First Würzburg Baskets:
„Bayern ist nicht ohne Grund der Platzhirsch in der Liga, sie haben eine sehr effiziente Mannschaft. Wenn du einen Fehler machst, bestrafen sie dich, und wir hatten in der zweiten Halbzeit ein paar Fehler zu viel. Dadurch lagen wir schnell mit zehn Punkten hinten. Gegen solche Teams muss man das kontrollieren, was man kontrollieren kann. Sie haben viele Offensivrebounds bekommen, und wir ihre guten Werfer nicht gut verteidigt. Es geht darum, sich auf den Gameplan unseres Trainers zu konzentrieren und den durchzuziehen. Wenn wir das tun, sind wir schwer zu schlagen. Ich glaube an unser Team und habe das Gefühl, dass wir die Bayerns in den Playoffs wiedersehen werden.“

Saša Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Glückwunsch an die Bayern, sie haben mit ihrer Physis das Spiel dominiert. Wir hatten einen schwachen Start, Bayern hat schnell mit zehn Punkten geführt, aber wir sind zurückgekommen und haben dann am Anfang des dritten Viertels direkt wieder drei Dreier kassiert. Das war derselbe Start wie in die erste Halbzeit. Das Spiel hat sich dann bei neun, zehn Punkten Differenz eingependelt, die wir nicht mehr aufholen konnten. Daher Glückwunsch an Bayern, sie waren das bessere Team. Mit diesem Rhythmus war es für uns schwer, bis zum Schluss mitzuhalten.“

Svetislav Pesic, Headcoach FC Bayern München Basketball:
„Die erste und die zweite Halbzeit waren heute sehr verschieden. Wir hatten einen Gegner, der vielleicht nicht Valencia ist, aber der wie Valencia spielt: sehr aggressive Defense, sehr smart in der Offense. Wir brauchten einige Zeit, uns zu organisieren, damit wir in den Rhythmus kommen. Jeder, der in unsere Halle kommt, muss das Gefühl haben, dass hier in unserem Park Bayern spielt. Wir haben uns in der zweiten Hälfte sehr verbessert, nicht nur wegen der 61 Punkte: 20/12 Dreier und 18 Assists in nur 20 Minuten, Hollatz hatte davon elf, er hat sehr gut gespielt. Das war dann ein Spiel, wie ich es mir wünsche, in der Defense und der Offense, wo wir alle zusammengespielt haben, immer für den nächsten Pass.“ 

FOTO: sampics Photographie