Die Fitness First Würzburg Baskets kehren zum ersten Mal mit einer Niederlage aus der StadtHalle Rostock zurück: Am Sonntagabend unterlag die Mannschaft von Headcoach Sasa Filipovski nach einer spannenden Crunchtime bei den ROSTOCK SEAWOLVES mit 74:77 (38:43). Die Baskets starteten stark ins Spiel, trafen ihre Dreier im ersten Viertel hochprozentig (80 Prozent) und lagen nach zehn Minuten mit 19:25 in Führung. Eine Schwächephase im zweiten Abschnitt ermöglichte den Gastgebern, den Spielstand noch vor der Pause zu drehen. Die Baskets schafften den Ausgleich in der Anfangsphase des vierten Viertels, dann hatten aber wieder die Gastgeber das Momentum auf ihrer Seite und brachten anschließend einen Sieben-Punkte-Vorsprung erfolgreich über die Zeit.
Bester Spieler der Partie war Rostocks Andy van Vliet mit 22 Punkten, auf Würzburger Seite punkteten Marcus Carr (19), Davion Mintz (18) und David Muenkat (14) zweistellig. „Rostock hat es uns im Angriff schwer gemacht, und wir haben zu viele leichte Würfe abgegeben, vor allem an van Vliet“, sagte Lukas Herzog nach dem Spiel live bei Dyn.
Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets mit einer Heimspiel-Woche: Am Mittwoch um 19 Uhr ist in der Basketball Champions League der zweifache Titelträger Unicaja Malaga in der tectake ARENA zu Gast, 49 Stunden später (Freitag, 20 Uhr) geht es in der easyCredit BBL an gleicher Stelle gegen die MLP Academics Heidelberg. Tickets für beide Begegnungen sind im Onlineshop verfügbar.
Für Andy van Vliet war es das Comeback nach zweieinhalb Monaten Verletzungspause, von fehlender Spielpraxis war beim belgischen Center der Rostocker aber nichts zu spüren: Er war vor allem in der ersten Halbzeit im Angriff immer eine gute Option für die Gastgeber, traf vier Dreier und erzielte 17 seiner 22 Punkte vor der Pause.
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase waren es aber zunächst Marcus Carr und seine Kollegen, die sich das Momentum holten, ihre Dreier hochprozentig trafen (4 von 5 im ersten Viertel) und sich zwischenzeitlich einen zweistelligen Vorsprung herauswerfen konnten.
Christian Skladanowski versenkte einen der Drei-Punkte-Würfe in der 5. Minute zum Zwischenstand von 8:10, außerdem trafen Carr, Johnathan Stove, David Muenkat und Lukas Herzog von außen - der Herzog-Dreier sorgte für das 19:25 nach dem ersten Abschnitt. Im zweiten Viertel war noch keine Minute gespielt, als Herzog den nächsten Drei-Punkte-Wurf versenkte und die Baskets mit 19:30 in Führung warf.
Ab diesem Zeitpunkt gelang es den Hausherren deutlich besser, die Würzburger Scorer zu kontrollieren - gute Würfe wurden seltener, die Baskets erzielten in den folgenden sieben Spielminuten nur drei Punkte, alle durch Kapitän Eddy Edigin.
Erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit gelangen David Muenkat und Davion Mintz nach einem 19:3-Lauf der SEAWOLVES noch fünf Zähler zum Halbzeitstand von 43:38. Bemerkenswert: Rostock ging in den ersten beiden Vierteln kein einziges Mal an die Freiwurflinie, die Baskets bekamen nur zwei Freiwürfe zugesprochen.
Das änderte sich in den zweiten zwanzig Minuten, und es war angesichts ähnlicher Wurfquoten beider Teams aus dem Spiel heraus und dem knappen Endstand unter dem Strich entscheidend: Die Baskets erzielten nach der Pause zehn Punkte von der Freiwurflinie, Rostock fünfzehn.
Im dritten Viertel dauerte es viereinhalb Minuten, bis die kämpferischen Gäste den Ausgleich geschafft hatten: Davion Mintz traf von der Dreierlinie zum 49:49 und nach weiteren fünf spannenden Minuten wenige Sekunden vor Ende des dritten Abschnitts einen Stepback-Jumper zum 62:59.
Ähnlich spannend blieb es auch im Schlussviertel, in das die Baskets mit dem nächsten erfolgreichen Dreier starteten: Marcus Carr stellte den Spielstand im ersten Angriff auf 62:62. Weil die nächsten vier Korblegerversuche der Baskets gegen die starke Verteidigung der Gastgeber nicht den Weg in den Korb fanden, gelang es Carr und Co. aber nicht, das Ergebnis zu drehen.
Rostock fand weiter die besseren Lösungen im Angriff und konnte sich erneut absetzen (73:66, 37. Minute). In den verbleibenden drei Minuten gaben die Baskets alles, um das Comeback zu schaffen und sorgten dadurch für eine spannende Crunchtime: Carr traf 23 Sekunden vor dem Ende einen schwierigen Dreier aus der rechten Ecke zum 73:72. Rostock nutzte danach aber vier seiner fünf Freiwurfchancen und konnte seinen ersten BBL-Heimsieg gegen Würzburg feiern.
ROSTOCK SEAWOLVES - Fitness First Würzburg Baskets 77:74
(19:25, 24:13, 19:21, 15:15)
Für Würzburg spielten:
Marcus Carr 19 Punkte/3 Dreier, Davion Mintz 18/2, David Muenkat 14/2 (8 Rebounds), Johnathan Stove 7/1 (6 Rebounds), Lukas Herzog 6/2, Christian Skladanowski 3/1, Eddy Edigin 3 (6 Rebounds), Charles Thompson 2, Brae Ivey 2 (6 Assists).
Top-Performer Rostock:
Andy van Vliet 22/4 (9 Rebounds), Elias Baggette 13/3 (5 Assists), TJ Crockett 12/2, Owen Klassen 8 (10 Rebounds).
Key Stats:
Freiwürfe zweite Halbzeit: Würzburg 10 von 12 - Rostock 15 von 19
Assists: Würzburg 12 - Rostock 19
Stimmen zum Spiel
Lukas Herzog, Fitness First Würzburg Baskets:
„Ich glaube, dass wir im dritten und vierten Viertel zu schwere Würfe genommen haben. Die Rostocker haben es uns schwer gemacht, das hat uns am Ende den Sieg gekostet. Außerdem haben wir zu leichte Würfe abgegeben, vor allem an Andy van Vliet. es nervt uns natürlich, dass wir grade ein bisschen den Wurm drin haben und Spiele verlieren. Wir müssen weiter an uns arbeiten. Wir haben am Mittwoch ein schweres Spiel gegen Malaga und am Freitag ein ganz wichtiges Heimspiel gegen Heidelberg, in dem wir wieder eine Siegesserie starten wollen.“
Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Glückwunsch an Rostock. Es war ein schweres Spiel, wir haben gegen ein sehr erfahrenes Team gespielt. Sie haben viel geswitcht, und wir haben viele Würfe und Korbleger nicht getroffen. Wir konnten Marcus Carr und Davion Mintz nicht wie üblich ins Spiel einbinden und haben nur 37 Prozent aus dem Feld getroffen. Wir haben versucht, zum Korb zu ziehen, haben aber keine Freiwürfe bekommen. Wenn man 40 Minuten gegen eine solche Verteidigung spielt, muss man aggressiv sein und Freiwürfe erzwingen. Vielen Dank an unsere Fans, die den weiteren Weg auf sich genommen haben. Wir haben unser Bestes gegeben, doch es hat heute nicht gereicht.“
Przemyslaw Frasunkiewicz, Headcoach ROSTOCK SEAWOLVES:
„Es war ein sehr intensives Spiel. Mir hat gefallen, was ich gesehen habe. Nach den letzten beiden Spielen waren wir wirklich unter Wasser, wir haben keine guten Leistungen gezeigt. Heute haben wir sehr gut gespielt und definitiv 110 Prozent Einsatz gezeigt. Um in dieser Liga zu gewinnen, muss man 100 oder mehr Prozent Einsatz zeigen. Wie man gesehen hat, haben wir ein sehr gutes Spiel abgeliefert und haben mit drei Punkten gewonnen. Man muss alles, was man hat, in die Waagschale werfen, um erfolgreich zu sein. Das haben wir heute gezeigt. Ich bin sehr glücklich und stolz.“


