80:71-HEIMSIEG GEGEN DEN TITELVERTEIDIGER !!!!

Im Hinspiel hatte es zur Sensation knapp nicht gereicht, in der Turnhölle haben die Fitness First Würzburg Baskets wieder einmal gezeigt, dass sie zuhause jeden Gegner schlagen können. Mit einer ganz starken Leistung hat die Mannschaft von Headcoach Sasa Filipovski am Mittwochabend in der Basketball Champions League einen völlig verdienten Heimsieg gegen Unicaja Malaga eingefahren.

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit bekamen die Gastgeber vor 2311 Zuschauenden in der tectake ARENA den zweifachen BCL-Champion immer besser in den Griff, trafen nach der Pause die Würfe deutlich besser, erspielten sich eine 16-Punkte-Führung und gewannen dadurch nicht nur das Spiel mit 80:71, sondern auch den direkten Vergleich gegen den Top-Favoriten.

In der Offensive zeigten die Baskets eine geschlossene Mannschaftsleistung, vier Spieler punkteten zweistellig: Marcus Carr (16 Punkte/8 Assists), Brae Ivey (15), Davion  Mintz (14) und Charles Thompson (10). „Wir haben gegen eine fantastische Mannschaft gewonnen. Für mich ist das ein sehr großer Sieg und ein Geschenk“, sagte Headcoach Sasa Filipovski hinterher. Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets bereits am Freitagabend in der Turnhölle: Am 20. Spieltag der easyCredit BBL sind um 20 Uhr die MLP Academics Heidelberg in der tectake ARENA zu Gast.

Wenn spanische Teams in der tectake ARENA zu Gast sind, passieren besondere Dinge. Ende November 2012 besiegten die Baskets im EuroCup Valencia Basket mehr als überraschend mit 89:82, in der vergangenen Woche benötigte Jovenut Badalona einen Gamewinner von Cameron Hunt in der letzten Zehntelsekunde, um sich in der Turnhölle mit 85:83 durchzusetzen.

Auch das dritte Gastspiel einer spanischen Mannschaft verlief nicht so, wie im Vorfeld erwartet: Unicaja Malaga ging als haushoher Favorit in die Begegnung und zeigte in der Anfangsphase auch, warum das Team in den vergangenen beiden Jahren die Basketball Champions League gewonnen hat.

9:18 lautete der Spielstand aus Sicht der Baskets nach gut sechs Spielminuten, weil die Gäste aus Andalusien häufig an die Freiwurflinie kamen, ihre Dreier trafen und am defensiven Ende des Feldes nicht viel zuließen - Davion Mintz sorgte in dieser Phase mit zwei Dreiern dafür, dass der Rückstand nicht größer wurde.

Dann legten die Hausherren ihren Respekt vor dem BCL-Champion endgültig ab und holten sich mit einem viertel-übergreifenden 15:3-Lauf die erste Führung: Brae Ivey traf am Ende des ersten Abschnitts einen Dreier zum 21:21, Lukas Herzog zu Beginn des zweiten Viertels drei Freiwürfe zum 24:21.

Damit war neben der Turnhöllen-Energie auch das nötige Selbstvertrauen da, und die Baskets spielten danach so, wie sie es bereits in Malaga getan hatten, als sie die zweite Halbzeit mit 51:41 gewinnen konnten. Zwei Dreier von Davion Mintz und Marcus Carr sorgten für die erste zweistellige Führung (37:27, 15. Minute), kurze Zeit später schmetterte David Muenkat einen Alley-Oop-Dunk zum 39:30 in den gegnerischen Korb. Malaga antwortete mit einer ähnlich spektakulären Aktion durch den ehemaligen NBA-Spieler Chris Duarte und konnte den Rückstand noch vor der Pause auf 45:43 verkürzen.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten beide Teams die Intensität in der Verteidigung. Im Angriff waren es die Baskets, die ihre Möglichkeiten deutlich besser nutzen und sich Punkt um Punkt absetzen konnten: Malaga, bisher das Team mit den besten Trefferquoten in der Basketball Champions League, traf im dritten Viertel keinen seiner zehn Drei-Punkte-Würfe und in der zweiten Halbzeit nur einen von 17. Johnathan Stove machte es besser, traf in der Anfangsphase des dritten Abschnitts gleich zweimal von außen und stellte den Spielstand in der 24. Minute auf 52:45.

Nach dem nächsten Dreier von Brae Ivey (15 Punkte in nur 14 Minuten Spielzeit) war der Vorsprung der Baskets wieder zweistellig (57:46, 25. Minute), und daran sollte sich im weiteren Verlauf auch nicht mehr viel ändern. Für Malaga hielt in dieser Phase vor allem Routinier Augustine Rubit dagegen, nach 30 Minuten lag die Heimmannschaft trotzdem mit 14 Punkten vorne und konnte den Vorsprung bis zur 35. Minute auf 76:62 ausbauen.

Malaga hielt weiter dagegen und kämpfte bis zum Schluss, um wenigstens den direkten Vergleich für sich zu entscheiden, Marcus Carr und seine Kollegen behielten aber kühlen Kopf und brachten einen verdienten 80:71-Heimsieg mit konzentrierter Verteidigung über die Ziellinie. 


Fitness First Würzburg Baskets - Unicaja Malaga 80:71
(21:21, 24:22, 24:12, 11:16)


Für Würzburg spielten:
Marcus Carr 16 Punkte/3 Dreier (8 Assists), Brae Ivey 15/2, Davion Mintz 14/3, Charles Thompson 10 (Rebounds), Johnathan Stove 9/3, David Muenkat 6, Lukas Herzog 5, Eddy Edigin 5 (6 Rebounds), Christian Skladanowski, Leo Saffer.

Top-Performer Malaga:
Tyson Perez 11/1 (7 Rebounds), Emir Sulejmanovic 10/1, Augustine Rubit 10/1, Chris Duarte 10/1.


Key Stats:
Dreierquote zweite Halbzeit: Würzburg 33 Prozent - Malaga 6 Prozent
Freiwürfe zweite Halbzeit: Würzburg 15 von 20 - Malaga 9 von 11


Stimmen zum Spiel

Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Für mich ist das ein sehr großer Sieg und ein Geschenk. Malaga hat eine fantastische Mannschaft und einen sehr guten Coach. Wir haben hart gekämpft und als Mannschaft gespielt. Ich denke, dadurch haben wir uns diesen Sieg verdient. Wir sind gerade in einer sehr schwierigen Phase mit vielen Spielen und vielen langen Reisen und schweren Gegnern. Viele Spiele haben wir erst in der letzten Minute verloren, mein Team gibt nie auf. Wir schauen immer nur auf das nächste Spiel, in zwei Tagen haben wir schon das nächste Heimspiel in der BBL gegen Heidelberg. Das wird hart, aber wir werden wieder unser Bestes geben. Wir haben es den Werfern von Malaga heute mit unserer Verteidigung sehr schwer gemacht, und sie hatten heute auch keinen guten Tag. In meiner letzten Auszeit habe ich meine Spieler daran erinnert, dass wir für den direkten Vergleich mit sechs Punkten Unterschied gewinnen müssen. Jetzt ist in der Gruppe wieder alles möglich.“

Ibon Navarro, Headcoach Joventut Badalona:
„Erst einmal Glückwunsch an Würzburg zum Sieg, sie hatten heute mehr Energie als wir. Bis zur Halbzeit waren wir im Spiel, aber es ist eine der Stärken von Würzburg, ein starkes drittes Viertel zu spielen. Wir hatten im dritten Viertel zehn offene Dreier, die wir nicht getroffen haben. Im letzten Viertel haben wir gekämpft, um das Spiel zu gewinnen oder uns wenigstens den direkten Vergleich zu holen, aber mit einem getroffenen Dreier in der zweiten Halbzeit ist das natürlich sehr schwierig. Es ist nicht normal, dass Chase Audige und Kendrick Perry keinen Dreier bei 13 Versuchen treffen, aber das kann passieren. Aber wie gesagt: Würzburg hat mit der Energie gespielt, mit der sie zuhause immer spielen, das war der Unterschied. Deswegen müssen wir ihnen zum Sieg gratulieren und uns auf das nächste Spiel konzentrieren. Die Gruppe war aus meiner sicht von Anfang an offen, jetzt kann alles passieren.“ 

FOTO: studiozudem.de / Viktor Meshko