HEIMNIEDERLAGE NACH STARKER AUFHOLJAGD GEGEN BONN

Die Fitness First Würzburg Baskets haben im direkten Duell um die Playoff-Plätze eine Heimniederlage gegen die Telekom Baskets Bonn hinnehmen müssen. Am Samstagabend unterlagen sie in der mit 3140 Zuschauenden – darunter mehr als hundert Bonner Fans - wieder einmal restlos ausverkauften tectake ARENA mit 81:87 gegen die Rheinländer.

Entscheidend war die Schlussphase in beiden Halbzeiten: Am Ende des zweiten Viertels nutzte Bonn zwei Fehler der Gastgeber, um eine knappe Führung auf sieben Punkte auszubauen. Nach einer starken Aufholjagd der Heimmannschaft war es zwei Minuten vor dem Ende wieder eine enge Partie (77:78), die besseren Offensivaktionen hatten in der Crunchtime aber die Gäste: Michael Kessens machte live bei Dyn mit drei Korblegern in Folge den Deckel auf den Bonner Sieg in der Turnhölle.

Topscorer der Partie war Marcus Carr mit 26 Punkten, zwanzig davon in der zweiten Halbzeit. Auf Würzburger Seite trafen außerdem Brae Ivey (19), Johnathan Stove (13) und Charles Thompson zweistellig. „Am Ende hatten wir nicht mehr genug Kraft, um das Spiel für uns zu entscheiden“, sagte Baskets-Headcoach Sasa Filipovski. Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets bereits am Dienstagabend mit dem letzten Heimspiel der Saison in der Basketball Champions League: Um 20 Uhr ist Elan Chalon aus Frankreich in der tectake ARENA zu Gast, Tickets gibt es im Onlineshop.

Würzburg und die Baskets Bonn - vor dem Sprungball und während der Partie feierten die Fanclubs beider Seiten 25 Jahre Freundschaft mit einer Choreo und vielen Sprechchören, die Stimmung in der Turnhölle war, unabhängig vom Spielverlauf, entsprechend gut. Auf dem Parkett mussten die  Fitness First Würzburg Baskets ohne ihren zweitbesten Scorer auskommen: Davion Mintz fiel mit einer schmerzhaften Rippenprellung aus. Für ihn rückte Alen Pjanic zum ersten Mal in die Startformation, beim Scoring sprang Brae Ivey mit 19 Punkten und fünf Dreiern in die Bresche.

Den ersten Würzburger Drei-Punkte-Treffer setzte Johnathan Stove in der 5. Minute zum Spielstand von 7:8, nachdem die Gäste nicht nur in der Anfangsphase, sondern im gesamten Spiel in Korbnähe die besseren Aktionen hatten. In der ersten Halbzeit konnte Bonn außerdem sieben Offensivrebounds in zehn Punkte verwandeln: „Sie wollten heute härter spielen als wir“, sagte Brae Ivey hinterher.

Deswegen liefen die Gastgeber in der ersten Halbzeit immer einem knappen Rückstand hinterher - Lukas Herzog verkürzte kurz vor Ende des ersten Viertels per Dreier auf 16:18. Eine Minute vor dem Seitenwechsel lagen die Filipovski-Schützlinge nach einem bis dahin ausgeglichenen zweiten Abschnitt weiterhin nur mit drei Zählern hinten (35:38), dann leisteten sie sich zwei Ballverluste, die Bonn durch Joel Aminu und Patrick Heckmann zu vier Punkten nutzen konnten – beim Spielstand von 35:42 ging es in die Kabine.

Aminu konnte den Bonner Vorsprung zu Beginn der zweiten Halbzeit per Dreier auf zehn (35:45), Grayson Murphy in der 34. Minute auf elf Punkte ausbauen (42:53). Spätestens zu diesem Zeitpunkt packten die Hausherren ihr Kämpferherz aus und hatten die Begegnung vier Minuten später wieder ausgeglichen – Brae Ivey und Marcus Carr trafen von außen und erzielten acht Punkte in Folge zum 58:58 in der 38. Minute.

Beim knappen Spielstand von 62:63 aus Würzburger Sicht startete das Schlussviertel, in dem die Heimmannschaft durch einen Ivey-Dreier zum 65:63 zum ersten Mal im Spiel in Führung gehen konnten. Bis kurz vor Schluss blieb es eine enge Partie – Marcus Carr traf in der 37. Minute einen Dreier zum 75:75 und zwei Minuten vor der Schlusssirene einen Halbdistanzwurf zum 77:78.

43 Sekunden vor dem Ende lag Bonn durch zwei Korbleger von Michael Kessens – einer nach einem Offensivrebound, einer im Fastbreak – mit 78:84 vorne, dann traf Brae Ivey seinen fünften Dreier zum 81:84. Der nötige Stopp in der Verteidigung gelang danach aber nicht – Kessens war nach einer Bonner Auszeit auf Zuspiel von Joel Aminu erneut zur Stelle und sorgte mit 16 Sekunden auf der Spieluhr für die endgültige Entscheidung.

Wenigstens den direkten Vergleich konnten die Fitness First Würzburg Baskets aber für sich entscheiden, das Hinspiel im Telekom Dome hatten sie mit elf Punkten Vorsprung gewonnen. 


Fitness First Würzburg Baskets – Telekom Baskets Bonn 81:87
(16:18, 19:24, 27:21, 19:24)

Für Würzburg spielten:
Marcus Carr 26 Punkte/5 Dreier (8 Assists), Brae Ivey 19/5, Johnathan Stove 13/1 (7 Rebounds), Charles Thompson 10, Christian Skladanowski 4, Lukas Herzog 3/1, Eddy Edigin Jr. 2, Alen Pjanic 2, David Muenkat 2.

Top-Performer Bonn:
Jeff Garrett Jr. 17/3 (7 Assists), Alijah Comithier 13/1, Grayson Murphy 13/1 (7 Assists), Joel Aminu 11/2 (6 Assists).


Key Stats: 
Ballverluste: Würzburg 13 – Bonn 6 
Fastbreak-Punkte: Würzburg 5 – Bonn 15 
Punkte in der Zone: Würzburg 20 – Bonn 44
 

Stimmen zum Spiel


Brae Ivey, Fitness First Würzburg Baskets: 
„Bonn wollte heute härter spielen als wir. Wir sind zu soft gestartet, sie haben die freien Bälle bekommen und hatten in der ersten Halbzeit viele Offensivrebounds. Wenn man so spielt, kann man nicht gewinnen. Wir müssen härter spielen. Das ist auch etwas, an dem wir jeden Tag im Training arbeiten.“

Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets: 
"Glückwunsch an Bonn, sie haben verdient gewonnen. Unser Rebounding in der ersten Halbzeit war ein Desaster. Wir hatten nur einen Offensivrebound, Bonn hatte 10 Punkte aus zweiten Chancen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Man hat gemerkt, dass sie fünf Tage Zeit hatten, sich auf uns vorzubereiten. Wir sind erst am Mittwoch aus Spanien zurückgekommen und mussten außerdem auf Davion Mintz verzichten. Ich habe schon öfter gesagt, dass meine Spieler keine Roboter sind, die einfach ihre Beine austauschen und dann weiterspielen. Bis auf das Heimspiel am Dienstag ist unsere europäische Saison jetzt vorbei. Danach müssen wir regenerieren und uns dann voll auf die letzten zehn Spiele der Bundesliga-Hauptrunde konzentrieren. Danke an unsere Fans, es war wieder eine gute Energie in der Halle. Am Ende hatten wir trotzdem nicht mehr genug Kraft, um das Spiel für uns zu entscheiden."

Marko Stankovic, Headcoach Telekom Baskets Bonn: 
"Zunächst einmal möchte ich meiner Mannschaft zu einem sehr wichtigen Sieg gratulieren. Außerdem Glückwunsch an beide Mannschaften für den großen Einsatz, den sie heute gezeigt haben. Es war ein sehr physisches Duell auf Playoff-Niveau und ein sehr interessantes Spiel mit viel Qualität und vielen schwierigen Würfen. Es ist immer schwierig, in Würzburg zu gewinnen. Sie haben eine der besten Verteidigungen in der BBL, wir haben 87 Punkte erzielt und sechs Spieler haben zweistellig gepunktet. Das zeigt, dass wir als Team gespielt und alles auf dem Parkett gelassen haben. Ich denke, dass wir das Spiel 35 Minuten lang kontrolliert haben. Nur in den letzten fünf Minuten des dritten Viertels haben wir etwas den Fokus verloren, so etwas nutzen Teams wie Würzburg aus und kommen zurück ins Spiel. Aber am Ende ist es für mich ein sehr verdienter Sieg für uns. Ich wünsche Würzburg alles Gute für den Rest der Saison." 

FOTO: studiozudem.de / Viktor Meshko