ENTTÄUSCHENDE VORSTELLUNG IM HEIMSPIEL GEGEN VECHTA

Die Fitness First Würzburg Baskets haben zum zweiten Mal in Folge mehr als hundert gegnerische Punkte zugelassen und ein wichtiges Duell im Kampf um die Playoff-Plätze der easyCredit BBL verloren. In der ausverkauften tectake ARENA gab es am Samstagabend eine 86:103-Niederlage gegen RASTA Vechta. Die Gäste lagen bereits nach einer Minute mit 5:0 vorne und konnten ihren Vorsprung anschließend bis zum Schluss verteidigen. Im zweiten Viertel verkürzten die Baskets einen zweistelligen Rückstand mit einem 11:0-Lauf, nach der Pause stellte Vechta durch einen starken dritten Abschnitt (26:14) die Weichen live bei Dyn aber frühzeitig auf einen verdienten Auswärtssieg.

„Ich bin absolut unzufrieden mit unserer Verteidigung, wir spielen komplett ohne Konzentration. Wir müssen aufwachen, wenn wir noch etwas erreichen wollen“, sagte Headcoach Sasa Filipovski hinterher. Topscorer der Partie war Vechtas Alonzo Verge Jr. mit 25 Punkten, auf Würzburger Seite trafen Davion Mintz (20), Marcus Carr (15), Brae Ivey (10) und David Muenkat (10) zweistellig. Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets am kommenden Samstag mit einem Auswärtsspiel bei Science City Jena. Gegner im nächsten Heimspiel am 17. April (Freitag, 20 Uhr) sind die SKYLINERS aus Frankfurt.

 Die Gäste, die wegen Verletzungen auf Center Tibor Pleiß und Kapitän Joschka Ferner verzichten mussten, hatten am Donnerstag ihr Heimspiel gegen Bamberg und damit fünf ihrer letzten sechs Partien gewonnen und gingen vor ausverkaufter Turnhölle mit entsprechend viel Selbstvertrauen in das Spiel.

Gleich der erste Dreier von Lloyd Pandi saß, und nach rund zwei Minuten sah sich Sasa Filipovski beim Spielstand von 2:11 gezwungen, eine sehr frühe erste Auszeit zu nehmen. Der Weckruf zeigte allerdings wenig Wirkung – die Gäste spielten im Angriff ebenso diszipliniert wie erfolgreich und lagen auf dem Weg zu einem Start-Ziel-Auswärtssieg nach den ersten zehn Minuten mit 17:27 vorne.

Den Unterschied machten die drei getroffenen Dreier aus, während die Baskets im ersten Abschnitt bei fünf Versuchen aus der Distanz keinen Treffer landen konnten. Das ändert sich zwar im zweiten Viertel (3 von 6), die Gäste machten es aber noch besser (5 von 9) und lagen daher in der 16. Minute weiterhin zweistellig vorne (31:44).

Kurze Zeit später leitete Johnathan Stove per Dreier einen 11:0-Lauf der Baskets ein, die mit ihrer stärksten Phase des Spiels den Abstand noch vor dem Seitenwechsel auf 47:48 verkürzen konnten.

In der Würzburger Kabine wurde es wegen der Defizite in der Defensive trotz der Aufholjagd ziemlich laut: „Wir müssen besser verteidigen, wenn wir dieses Spiel noch gewinnen wollen“, sagte Headcoach Sasa Filipovski anschließend in seinem Halbzeit-Interview.

Das gelang seinen Schützlingen allerdings über weite Phasen der zweiten Halbzeit nicht: RASTA dominierte nach der Pause beim Rebound (Vechta 25, Würzburg 11), holte sich zahlreiche zweite Chancen und erzielte weitere 55 Punkte.

Der Rest des Spiels ist daher relativ schnell erzählt: Nach dem dritten Viertel war der Rückstand der Hausherren wieder auf 13 Zähler angewachsen (61:74), und auch der Versuch einer Aufholjagd im Schlussabschnitt wurde von den Gästen relativ schnell wieder beendet. Davion Mintz übernahm zu Beginn des vierten Viertels die Verantwortung im Würzburger Angriff und verkürzte mit einem Dreier und einem Korbleger in der 33. Minute auf 67:74.

Vechtas Cheftrainer Christian Held schickte umgehend sein starkes Trio Alonzo Verge Jr., Malik Parsons und Tevin Brown zurück aufs Parkett, das den Vorsprung der Gäste wieder in den zweistelligen Bereich brachte. Als Verge dann drei Minuten vor dem Ende seinen Teamkollegen TJ Bamba mit einem Alley-Oop-Anspiel fand, war die Partie beim Spielstand von 77:89 vorzeitig entschieden.


Fitness First Würzburg Baskets – RASTA Vechta 86:103
(17:27, 30:21, 14:26, 25:29)

Für Würzburg spielten:
Davion Mintz 20 Punkte/2 Dreier (6 Assists), Marcus Carr 15/2 (7 Assists), Brae Ivey 10/2, David Muenkat 10 (8 Rebounds), Johnathan Stove 9/1, Eddy Edigin 8, Charles Thompson 8, Christian Skladanowski 6, Alen Pjanic, Lukas Herzog.

Top-Performer Vechta:
Alonzo Verge Jr. 25/2 (5 Assists), Tevin Brown 17/3, Malik Parsons 16/2 (8 Rebounds), TJ Bamba 16 (6 Rebounds/6 Assists).


Key Stats:
Rebounds: Würzburg 31 (9 offensiv) – Vechta 45 (15 offensiv)
Punkte aus zweiten Chancen: Würzburg 10 – Vechta 21
Dreierquote: Würzburg 29 Prozent – Vechta 38 Prozent


Stimmen zum Spiel


Johnathan Stove, Fitness First Würzburg Baskets:
„Es gibt einen Grund dafür, dass wir da stehen, wo wir jetzt stehen: Wir sind als Mannschaft nicht so gut wie wir denken. Deswegen verlieren wir solche Spiele. Wir lassen viel zu viele Dunks und einfache Korbleger zu, das ist vor allem zuhause nicht akzeptabel. Das muss sich unbedingt ändern, vor allem mental. Es ist uns vielleicht etwas zu Kopf gestiegen, dass wir es in die Round of 16 der Champions League geschafft und dort auch Spiele gewonnen haben. Unsere Gegner wollen aber auch in die Playoffs, wir machen gerade wirklich keinen guten Job. Als einer der erfahrenen Spieler ist es meine Aufgabe, das anzusprechen und dafür zu sorgen, dass sich etwas ändert.“

Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
"Glückwunsch an Vechta, sie haben heute sehr stark gespielt. Ich bin absolut unzufrieden damit, wie wir verteidigt haben. Das ist das zweite Spiel in Folge, in dem wir mehr als 100 Punkte kassiert haben, wir spielen komplett ohne Konzentration. Die Gegner treffen ihre Dreier und sie ziehen immer wieder erfolgreich zum Korb. Wir haben eine Strategie und bereiten unsere Mannschaft vor, aber es sieht so aus, dass die Spieler diese Dinge vergessen. Ich weiß grade nicht, warum das so ist. Daher werde ich mit der Mannschaft darüber sprechen, warum wir gerade in dieser Krise sind. Wir müssen wieder als Team auftreten und die Saison so gut wie möglich beenden. Über die Energie müssen wir gar nicht sprechen, nachdem wir bereits im ersten Viertel wieder 27 Punkte kassiert haben, das ist nicht akzeptabel. Deswegen bin ich sehr enttäuscht. Wir müssen aufwachen, wenn wir noch etwas erreichen wollen."

Christian Held, Headcoach RASTA Vechta:
"Würzburg hat eine sehr gute und talentierte Mannschaft. Hier zu gewinnen ist unglaublich schwer, von daher bin ich sehr stolz auf mein Team. Wir hatten einen Tag weniger Regeneration und sehr wenig Zeit zur Vorbereitung. Die Art und Weise, wie meine Mannschaft das gelöst hat, die Dinge die wir heute verändert haben, die Disziplin, mit der sie das umgesetzt hat - das war aus meiner Sicht ausschlaggebend dafür, das Spiel zu gewinnen. Außerdem haben wir es in der zweiten Halbzeit besser geschafft, die Zone und die Rebounds zu kontrollieren. Das ist uns in der ersten Halbzeit so nicht gelungen, da haben wir in der zweiten Halbzeit einen besseren Job gemacht."

FOTO: studiozudem.de / Viktor Meshko