ENTSCHEIDUNG AM MITTWOCH IN DER TECTAKE ARENA

Die Fitness First Würzburg Baskets haben in den Play-ins der Basketball Champions League ein entscheidendes drittes Spiel in der Würzburger Turnhölle erzwungen: Am Donnerstag gelang dem Team von Headcoach Sasa Filipovski dank starker Verteidigung und Überlegenheit beim Rebound ein 74:56-Erfolg in Bratislava gegen Patrioti Levice. Der sechsfache Meister und Tabellenführer der Slowakei konnte die Begegnung 48 Stunden nach seinem knappen Sieg in der tectake ARENA nur in den ersten beiden Vierteln ausgeglichen gestalten. Entscheidend waren die ersten gut fünf Minuten des dritten Viertels, in denen die Baskets ihren Vorsprung mit einem 15:2-Lauf auf 17 Punkte ausbauen konnten.

Topscorer der Partie war Marcus Carr mit 20 Punkten und 6 Assists. Der Baskets-Spielmacher musste in den vorherigen beiden Pflichtspielen wegen muskulärer Probleme in der linken Wade aussetzen. „Marcus ist definitiv ein sehr wichtiger Spieler für uns. Er ist wie ein Coach und ein General auf dem Spielfeld“, sagte Headcoach Sasa Filipovski nach der Partie. Auf Würzburger Seite trafen live bei Dyn außerdem Alen Pjanic (16), Johnathan Stove (10) und Davion Mintz (10) zweistellig. Charles Thompson lieferte mit 8 Punkten und 16 Rebounds, zehn davon am offensiven Brett, ebenfalls eine bärenstarke Leistung an beiden Ende des Spielfelds ab.

Die entscheidende dritte Partie der Play-In-Serie gegen Levice findet am kommenden Mittwoch um 18:30 Uhr in der tectake ARENA statt, der Ticketvorverkauf im Onlineshop startet am heutigen Freitag um 18 Uhr. Dauerkarteninhaber haben bis Sonntag um Mitternacht Zeit, ihre gewohnten Plätze für Spiel 3 zu buchen. Auf den Sieger warten in der Gruppe K die beiden starken spanischen Teams aus Malaga und Badalona sowie Elan Chalon aus Frankreich. Die Franzosen setzten sich in den Play-Ins in zwei Spielen gegen Promitheas Patras aus Griechenland durch.

Marcus Carr war also zurück in der Startformation, die offensiven Akzente setzten zunächst aber seine Mitspieler: Johnathan Stove und Davion Mintz trafen in der Anfangsphase zwei Dreier, Mintz und Alen Pjanic punkteten dreimal per Korbleger zum Zwischenstand von 13:12 in der 6. Minute.

Auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit blieb es ein enges Spiel, für die erste Würzburger Führung sorgte Charles Thompson in der neunten Minute (15:17). Marcus Carr erzielte die ersten seiner zwanzig Zähler mit einem Korbleger zum 18:20 im zweiten Viertel.

Weil die Würzburger Defensive, anders als im ersten Spiel, die starken Scorer der Gastgeber weitgehend im Griff hatte, konnte Levice zwar bis zum 30:30 in der 17. Minute dagegen halten, dann setzten sich die Baskets aber zum ersten Mal etwas deutlicher ab. Ein Korbleger von Christian Skladanowski, der zweite Dreier von Johnathan Stove und zwei Freiwürfe von Marcus Carr (9 Punkte im zweiten Viertel) stellten den Spielstand auf 30:37, Gabe Dorsey beendete die ersten Halbzeit mit einem Dreier zum 33:37.

Der Rest der Partie ist relativ schnell erzählt: Die Baskets starteten hochkonzentriert in die zweite Halbzeit, zogen die Daumenschrauben in der Verteidigung an und warfen sich mit einem 15:2-Lauf den vorentscheidenden Vorsprung heraus (35:52). Vor allem Rickey McGill, der im ersten Spiel 29 Punkte erzielt hatte, war bei Alen Pjanic und anderen Verteidigern in besten Händen und punktete nach der Pause nur noch viermal von der Freiwurflinie.

Den größten Unterschied machten aber die zweiten Chancen aus: Die Baskets schnappten sich 23 Offensivrebounds - zehn davon landeten in den Händen von Charles Thompson - und erzielten aus ihren zweiten Chancen 21 Punkte.

Am Ende hatte sie 17 Abschlüsse mehr aus dem Spiel heraus als die Hausherren, daher machten sich die unterdurchschnittlichen Trefferquoten nicht wirklich bemerkbar. Bei Levice machte sich außerdem mit zunehmendem Spielverlauf die kürzere Rotation bemerkbar, die Löwen erzielten nach der Pause nur noch 23 Punkte.

Kurz vor Ende des dritten Viertels lange die Filipovski-Schützlinge mit 42:60 vorne, kleiner als 13 Punkte wurde der Abstand danach nicht mehr. Alen Pjanic sorgte in der 39. Minute mit seinem zweiten Dunk der Partie für den Endstand von 56:74.

Am heutigen Freitag reist der Baskets-Tross von Bratislava über Wien und Düsseldorf direkt nach Vechta, wo am Sonntag um 16:30 Uhr das easyCredit BBL-Auswärtsspiel bei RASTA Vechta auf dem Programm steht. die Partie ist für Abonnenten wie gewohnt live bei Dyn sowie frei empfangbar bei welt.tv zu sehen, Kommentator ist Arne Malsch.


Patrioti Levice - Fitness First Würzburg Baskets 56:74
(18:18, 15:19, 14:23, 9:14)


Für Würzburg spielten:
Marcus Carr 20 Punkte/3 Dreier (6 Assists), Alen Pjanic 16/3, Johnathan Stove 10/2, Davion Mintz 10/2 (8 Rebounds/3 Steals), Charles Thompson 8 (16 Rebounds), Brae Ivey 4/1, David Muenkat 4, Christian Skladanowski 2, Eddy Edigin Jr., Ryan Schwieger, Lukas Herzog.

Top-Performer Levice:
Rickey McGill 12/1, Novak Music 11 (7 Assists), Andre Wesson 11/1 (9 Rebounds).


Key Stats:
Rebounds: Würzburg 50 (23 offensiv) - Levice 32 (11 offensiv)
Punkte aus zweiten Chancen: Würzburg 21 - Levice 7
Feldwurfquote: Würzburg 37 Prozent - Levice 33 Prozent


Stimmen zum Spiel

Alen Pjanic, Fitness First Würzburg Baskets:
„Ich bin stolz darauf, wie die Jungs gekämpft haben. Es war nicht einfach, nach zwei Tagen schon wieder ein Spiel zu haben. Jeder hat zu diesem Sieg beigetragen. Jetzt haben wir am Sonntag ein Auswärtsspiel in der Bundesliga und am Mittwoch das dritte Spiel gegen Levice, deswegen müssen wir uns gut regenerieren. Unsere Transition Defense war wichtig, wir haben die Bretter kontrolliert und den Gameplan umgesetzt. Unser Energielevel war über 40 Minuten hoch, deswegen haben wir gewonnen.“

Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Glückwunsch an mein Team, meine Spieler haben den Gameplan gut umgesetzt. Wir waren in einer schwierigen Situation, weil wir den Heimvorteil verloren hatten und heute unbedingt gewinnen mussten. Wir haben gut verteidigt, gut beim Rebound gearbeitet und im Angriff den Ball gut verteilt. Wir hatten zwar keine besonders gute Trefferquoten, aber dass kann in so einem Playoff-Spiel mitten in der Saison passieren. Marcus Carr ist ein sehr wichtiger Spieler. Er führt das Team und ist wie ein Coach und ein General auf dem Spielfeld.“ 

Michal Madzin, Headcoach Patrioti Levice:
„Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns. Würzburg kam mit viel Energie raus, hat gut verteidigt und es geschafft, uns unsere Stärken wegzunehmen. Es war schwierig, dafür Lösungen zu finden. Es steht jetzt eins zu eins in der Serie. Wer in die nächste Runde will, muss zwei Spiele gewinnen. Wir werden unser Bestes geben. Heute hat Würzburg vierzig Minuten lang sehr aggressiv gespielt und uns keine Sekunde Pause gegeben. Es war sehr schwierig, damit umzugehen. Wir hatten viele gute Defensivaktionen, konnten dann aber den Rebound nicht holen. Das hat das Spiel sehr beeinflusst, weil es uns Energie gekostet und dem Gegner Selbstvertrauen gegeben hat. Würzburg hatte 23 Offensivrebounds, das hat mental und körperlich viel Energie gekostet und heute den Unterschied ausgemacht. Würzburg hat jetzt einen Vorteil. Wir wissen, was für eine Atmosphäre uns dort erwartet. Aber es ist eine großartige und gute Sache am Sport, dass man vorher nie weiß, was passieren wird.“  

Gabe Dorsey, Patrioti Levice:
„Wir haben heute nicht so gespielt wie wir es können. Solche Spiele kommen vor, aber es ist eine Best-of-Three-Serie. Wir haben die Chance, es in Würzburg zu schaffen und bleiben positiv. Wir werden bereit sein.“

FOTO: Basketball Champions League / Kristian Kovac