Nach vier Heimsiegen innerhalb von zehn Tagen und vor dem nächsten wichtigen Heimspiel im FIBA Europe Cup am kommenden Montagabend gegen Tartu Ulikool aus Estland müssen die Fitness First Würzburg Baskets am Wochenende in der easyCredit BBL nach längerer Zeit mal wieder auswärts antreten. Am 7. Spieltag sind sie zum Duell der punktgleichen Tabellennachbarn bei den Basketball Löwen Braunschweig zu Gast. Sprungball in der Volkswagen Halle ist am Samstag um 18:30 Uhr, die Partie wird für Abonnenten wie immer in voller Länge live bei Dyn übertragen (Kommentator: Lino Atmowihardjo).
Mit ihrer Heimserie haben sich die Spieler von Headcoach Saša Filipovski das nötige Selbstvertrauen geholt, das sie auswärts zuletzt vermissen ließen. Die letzten drei Trips nach Larnaca, Rostock und Thessaloniki endeten jeweils mit einer Niederlage. In Braunschweig treffen die Baskets auf einen Klub, der einen sehr spannenden Sommer hinter sich hat.
In der vergangenen Saison konnten die Löwen – im Jahr davor noch Playoff-Gegner der Baskets im Viertelfinale – nur zehn Spiele gewinnen. Sie beendeten die Hauptrunde auf einem Abstiegsplatz und mussten danach lange auf die Wildcard warten, die ihnen die Fortsetzung ihrer 31-jährigen BBL-Geschichte ermöglichte.
Der sportliche Start in die neue BBL-Saison verlief erfolgreich: Die Löwen gewannen am ersten Spieltag ihr Heimspiel gegen die VET-CONCEPT Gladiators Trier auf spektakuläre Art und Weise mit 116:107. Es folgte ein knapper Heimerfolg gegen die ROSTOCK SEAWOLVES und ein Auswärtssieg im Niedersachsen-Duell bei RASTA Vechta, obwohl der spanische Cheftrainer Ramón Díaz kein einziges Mal seinen kompletten Kader zur Verfügung hatte.
Center Eddy Edigin Jr., in der vergangenen Saison noch Kapitän der Fitness First Würzburg Baskets, fällt seit Saisonbeginn mit einer Verletzung aus. In den letzten drei Pflichtspielen musste Díaz auch auf US-Spielmacher Devin Askew verzichten. Der Rookie erzielte in seinen ersten drei BBL-Partien 19 Punkte und 4,3 Assists im Schnitt und traf fünf von neun Dreierversuchen (56 Prozent).
Ohne ihn gab es drei Niederlagen in Folge gegen Ludwigsburg (nach Verlängerung), im Netto BBL Pokal gegen Chemnitz (mit 27 Punkten Differenz) und zuletzt bei Aufsteiger Phoenix Hagen (mit 73:88).
Nach einem kurzen Ausflug an die Tabellenspitze sind die Basketball Löwen Braunschweig daher jetzt mit drei Siegen und zwei Niederlagen auf Rang sechs zu finden, die Fitness First Würzburg Baskets weisen dieselbe Bilanz auf und liegen einen Platz dahinter. Auch die Korbdifferenz ist identisch (-8), sodass die Niedersachsen nur wegen der mehr erzielten Punkte vorn liegen.
Auch nach dem Ausfall ihres Topscorers haben die Löwen den drittbesten Angriff der Liga (92,6 Punkte im Schnitt), sie erzielen bisher gut ein Dutzend Punkte pro Spiel mehr als die Baskets. In der Defensive ist es genau umgekehrt: Die Braunschweiger lassen durchschnittlich 94,2 gegnerische Punkte zu, die Filipovski-Schützlinge nur 81,8.
Hinter Devin Askew liegen in der internen Scorerliste vier weitere Spieler mit durchschnittlich zweistelliger Ausbeute: Sheldon Edwards (13,4 Punkte / 37 Prozent Dreierquote), De’Jour Reaves (13,0), Kapitän Ferdinand Zylka (11,2 / 43 Prozent Dreierquote) und Gian Aydinoglu (10,7 / 4 Assists).
Für Brandon Tischler ist das Spiel am Samstag die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte: Er trug von 2021 bis 2024 in 99 BBL-Partien das schwarz-goldene Löwen-Trikot. Inklusive Viertelfinale 2025 gab es bisher 33 BBL-Begegnungen zwischen Braunschweig und Würzburg. Die Löwen liegen mit 17:16 Siegen knapp vorn.
Die letzten drei Begegnungen gingen aber an die Baskets, die auch die letzten beiden Duelle in der Volkswagen Halle für sich entscheiden konnten. Auf dem Löwen-Parkett fällt die Bilanz trotzdem immer noch eindeutig aus: Von 17 Spielen in Braunschweig konnten die Unterfranken nur fünf gewinnen.


