Die Fitness First Würzburg Baskets haben mit einem Heimsieg zum Auftakt des 30. easyCredit BBL-Spieltags den fünften Tabellenplatz verteidigt: Nach einem starken ersten Viertel der Gäste ließ das Team vom Headcoach Sasa Filipovski in den folgenden 30 Spielminuten nur noch 40 Punkte zu und gewann das Main-Derby gegen die SKYLINERS in der erneut ausverkauften tectake ARENA mit 80:66 (37:35).
Frankfurt traf in den ersten zwölf Spielminuten acht Dreier und lag mit 19:32 in Führung, dann drehten die Baskets die Partie mit einem 14:0-Lauf. Nach dem dritten Viertel lagen die Hausherren vorentscheidend mit 60:49 in Führung und verhinderten anschließend ein Comeback der kämpferischen Gäste. Topscorer der Partie waren Würzburgs Marcus Carr und Frankfurts Isaiah Swope mit jeweils 17 Punkten. Auf Würzburger Seite trafen außerdem David Muenkat (16), Davion Mintz (16) und Brae Ivey (12) zweistellig.
„Wir haben nach dem ersten Viertel vor allem gut verteidigt, daran arbeiten wir im Training jeden Tag und das ist unsere Identität“, sagte Charles Thompson nach dem Spiel live bei Dyn. Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets mit dem Nachholspiel des 26. Spieltags am kommenden Donnerstag um 20 Uhr gegen den FC Bayern München Basketball. Tickets aller Kategorien für das bayerische Nord-Süd-Derby gibt es im Onlineshop.
Es war von Beginn an ein intensives und physisches Derby der beiden Nachbarn vom Main, in den ersten knapp drei Minuten der Partie wollte auf keiner Seite ein Wurf fallen. Dann versenkte Till Pape den vierten Dreierversuch der Frankfurter, die in den folgenden sieben Spielminuten fünf weitere Distanzwürfe trafen.
Vor allem Isaiah Swope bekamen die Filipovski-Schützlinge in seinen ersten sechseinhalb Spielminuten kaum in den Griff: Der SKYLINERS-Topscorer traf drei Dreier und erzielte dreizehn Punkte im ersten Viertel. Danach war von Swope im Angriff nicht mehr viel zu sehen, erst im Schlussabschnitt gelangen ihm vier weitere Punkte von der Freiwurflinie.
Den aus der starken Dreierquote resultierenden Neun-Punkte-Vorsprung der Gäste nach dem ersten Abschnitt (17:26) baute Tyger Campbell mit zwei weiteren Drei-Punkte-Treffern zu Beginn des zweiten Viertels auf 19:32 aus. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Frankfurter acht von fünfzehn Dreiern getroffen (53,3 Prozent).
Im weiteren Spielverlauf ging diese Strategie nicht mehr auf: Die SKYLINERS nahmen in den folgenden 28 Spielminuten weitere fünfzehn Würfe aus der Distanz, trafen aber nur noch einen davon.
Weil sie in Korbnähe gegen die intensive Verteidigung der Baskets vor allem in der ersten Halbzeit nicht viel zustande brachten (3 von 12), konnten die Gastgeber den Spielstand im zweiten Viertel drehen und mit einer knappen 37:35-Führung in die Kabine gehen. Charles Thompson schnappte sich beim Spielstand von 19:32 einen Offensivrebound, traf den Korbleger und leitete damit einen 14:0-Lauf ein.
Marcus Carr fand anschließend viermal den Ex-Frankfurter David Muenkat, der in der ersten Halbzeit zwölf seiner sechzehn Punkte erzielte und den Ball nach einem Alley-Oop-Anspiel spektakulär zum 31:32 in den Frankfurter Korb stopfte.
Für die erste Würzburger Führung (33:32) sorgte in der 17. Minute Davion Mintz an der Freiwurflinie. Die Baskets entschieden Viertel Nummer zwei mit 20:9 für sich und lagen nach einem 18:3-Zwischenspurt beim Seitenwechsel knapp mit 37:35 vorne. Weil die Gastgeber auch nach der Pause in der Verteidigung konzentriert und mit viel Energie agierten und jetzt auch auf Würzburger Seite die Dreier fielen (7 von 14 / 50 Prozent in der zweiten Halbzeit), wurde aus der knappen Pausenführung im dritten Viertel schnell ein zweistelliger Vorsprung.
Davion Mintz erzielte zwölf seiner sechzehn Zähler und traf, wie auch Brae Ivey, nach der Pause drei Drei-Punkte-Würfe. Ivey stellte den Spielstand mit seinem zweiten Distanztreffer in der 30. Minute auf 60:46, beim Spielstand von 60:49 ging es kurze Zeit später in den Schlussabschnitt. Die Entscheidung war damit aber noch nicht gefallen: Frankfurt kämpfte weiter um den Anschluss und kam durch drei Korbleger von Will Christmas und zwei Freiwurftreffer von Isaiah Swope in der 36. Minute wieder auf sechs Zähler heran (65:59).
Die Antwort kam in Form von zwei Würzburger Dreiern – Davion Mintz und Brae Ivey trafen zum 71:59 und brachten die Stimmung in der ausverkauften Turnhölle auf einen neuen Höhepunkt. Knapp drei Minuten vor dem Ende vollendete Mintz dann ein Alley-Oop-Anspiel von Marcus Carr zum 74:61, damit standen die Baskets endgültig als Sieger fest. Auch ein höherer Sieg wäre möglich gewesen, in der Schlussminute konnten die Gäste durch vier erfolgreiche Freiwürfe aber noch für etwas Ergebniskosmetik sorgen.
Fitness First Würzburg Baskets – SKYLINERS 80:66
(17:26, 20:9, 23:14, 20:17)
Für Würzburg spielten:
Marcus Carr 17 Punkte (8 Assists/7 Rebounds), David Muenkat 16, Davion Mintz 16/3 Dreier, Brae Ivey 12/3, Lukas Herzog 5/1, Charles Thompson 5, Christian Skladanowski 4, Alen Pjanic 3/1, Eddy Edigin Jr. 2 (3 Blocks), Johnathan Stove, Marko Petric, Leo Saffer.
Top-Performer Frankfurt:
Isaiah Swope 17/3 (7 Assists), Will Christmas 11, Till Pape 1071 (8 Rebounds).
Key Stats:
Dreierquote: Würzburg 40 Prozent – Frankfurt 30 Prozent'
Fastbreak-Punkte: Würzburg 20 – Frankfurt 4
Punkte in der Zone: Würzburg 40 – Frankfurt 24
Stimmen zum Spiel
Charles Thompson, Fitness First Würzburg Baskets:
„In dieser Phase der Saison brauchen wir jeden Sieg. Es war ein gutes Spiel, wir hatten viel Energie. Nach dem ersten Viertel haben wir uns an die Heimspiele erinnern, in denen wir auch schlecht gestartet sind und am Ende verloren haben. Wir haben dann vor allem gut verteidigt, daran arbeiten wir im Training jeden Tag und das ist unsere Identität. Auch wenn die Würfe mal nicht fallen, können wir mit unserer Verteidigung gegen jeden Gegner mithalten.“
Sasa Filipovski:, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Es war ein sehr wichtiger und verdienter Sieg gegen einen toughen Gegner. Es ist sehr schwierig, sie zu verteidigen, weil fast jeder ihrer Spieler Dreier werfen kann. Wenn sie die Dreier so treffen wie im ersten Viertel, können sie auch Real Madrid besiegen. Wir hatten einen Gameplan, konnten Tyger Campbell am Anfang aber nicht so attackieren wie wir es eigentlich wollten. Deswegen lagen wir zurück, das war eine schwierige Situation. Danach haben wir es geschafft, unsere Verteidigung und unser Rebounding zu verbessern, so dass Frankfurt in den letzten drei Vierteln nur noch 40 Punkte erzielt hat. Das war der Schlüssel zu Sieg. Wir haben versucht, an die Freiwurflinie zu kommen, das ist uns in der zweiten Halbzeit auch gelungen. Danke an unsere Fans für den fantastischen Support.“
Klaus Perwas, Headcoach SKYLINERS:
„Erst einmal Glückwunsch an Würzburg zum Sieg. Es war ein sehr physisches Spiel heute. Ich denke, Würzburg hat über die gesamte Spielzeit sehr physisch verteidigt und uns damit das Leben sehr schwer gemacht. Wir müssen lernen, auch gegen eine solche Verteidigung irgendwie zu spielen. Defensiv fand ich uns gar nicht so schlecht, wir waren irgendwie im Spiel. Es war eine wahnsinnige Atmosphäre, wie es in Würzburg eigentlich immer ist. Ein oder zwei Pfiffe waren etwas komisch, aber das habe ich hier auch nicht zum ersten Mal erlebt. Auch damit muss man in einer fremden Halle zurechtkommen. Am Ende reicht es aber nicht, einfach nur zu sagen, wir haben gefightet. Es ist professioneller Sport, es geht darum, dass man auch Spiele gewinnt. Deswegen müssen wir versuchen, dass in den nächsten Spielen wieder hinzukriegen.“


