Passend zu einer engen und hart umkämpften Viertelfinal-Serie war es auch im fünften Spiel am Mittwoch im ausverkauften Bonner Telekom Dome spannend bis zur letzten Sekunde: Die Fitness First Würzburg Baskets mussten sich den Telekom Baskets Bonn am Ende mit 66:63 geschlagen geben. Nach einer ersten Halbzeit mit starker Verteidigung und schwachen Wurfquoten auf beiden Seiten gingen die Unterfranken mit einer 30:22-Führung in die Pause.
Die Bonner drehten den Spielstand mit einem 18:4-Lauf in den ersten fünf Minuten des dritten Viertels, danach war es bis zum Ende eine enge und spannende Partie, in der die Gastgeber einen schwierigen Wurf mehr trafen als die Schützlinge von Baskets-Headcoach Sasa Filipovski. Mit dem letzten Angriff hatten sie die Chance auf die Verlängerung, der Dreierversuch von Marcus Carr fand aber live bei Dyn nicht den Weg in den Bonner Korb.
Damit ist eine unter dem Strich erneut sehr erfolgreiche Saison für die Fitness First Würzburg Baskets beendet, die Telekom Baskets Bonn treffen im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft ab Samstag auf den FC Bayern München Basketball. Die offizielle Verabschiedung der Mannschaft findet bereits an diesem Freitag ab 17:30 Uhr im Club „Alter Ego“ hinter dem Würzburger Kulturspeicher statt.
Dort wird auch die dritte Saison in Folge gefeiert, in der die Baskets alle Saisonziele mehr als erfüllt haben: Zum dritten Mal in Folge unter den besten fünf Teams der easyCredit BBL, zum zweiten Mal hintereinander in der „Round of 16“ der Basketball Champions League. „Ich möchte meinen Spielern und meinem Trainerstab für eine fantastische und sehr erfolgreiche Saison in der BBL und der Champions League gratulieren“, sagte Headcoach Sasa Filipovski am Mittwochabend nach der knappen Niederlage in Bonn.
Dass beide Teams vier intensive Kampfspiele in den Knochen hatten, zeigte sich an den Wurfquoten in der ersten Halbzeit: Verteidigung war auf beiden Seiten Trumpf. Bonn traf keinen einzigen Dreier und insgesamt nur ein Fünftel seiner Würfe, die Gäste immerhin 29 Prozent. Die Baskets starteten stark und verwandelten im ersten Viertel vier Dreier bei neun Versuchen – den vierten traf Brae Ivey in der 7. Minute zum Zwischenstand von 10:17. In den folgenden gut 13 Spielminuten kamen dann auf Würzburger Seite nur noch 13, bei den Bonnern zwölf Punkte dazu, was unter dem Strich zu einer verdienten 30:22-Führung der Gäste beim Seitenwechsel führte.
Die Partie erinnerte zu diesem Zeitpunkt an Spiel 1 der Serie, dass die Baskets im Telekom Dome mit 69:54 gewinnen konnten. Dann gelang den Hausherren aber – wie in Spiel 3 am vergangenen Freitag in der tectake ARENA – ein erfolgreicher Start ins dritte Viertel, der den bisherigen Spielverlauf vergessen ließ: Die Telkom Baskets erzielten 18 Punkte in den ersten knapp fünf Minuten der zweiten Halbzeit, die Gäste nur vier.
Die daraus resultierende 40:34-Führung der Bonner holten die Baskets noch vor Ende des dritten Abschnitts wieder auf. Alen Pjanic versenkte in der 29. Minute einen Dreier zum 44:46, die nächsten neun Punkte erzielten aber die Gastgeber, die den Spielstand mit einem viertel-übergreifenden 9:0-Lauf auf 53:46 stellten.
Eine Entscheidung war damit aber noch lange nicht gefallen: Die Baskets verkürzten durch Brae Ivey und Davion Mintz mit Freiwürfen auf 53:51 und lagen auch knapp zwei Minuten vor dem Ende nach einem Dreier von David Muenkat nur mit zwei Punkten in Rückstand (63:61). In der extrem spannenden Schlussphase traf der starke Michael Kessens (16 Punkte) per Korbleger, Charles Thompson konterte mit zwei erfolgreichen Freiwürfen (65:63, 39. Minute).
In der letzten Minute bekamen die Gäste noch drei Chancen, konnten den Ball aber nicht mehr im Bonner Korb unterbringen. Nach einem Freiwurftreffer von Grayson Murphy nahm Sasa Filipovski mit neun Sekunden auf der Uhr seine letzte Auszeit und Marcus Carr anschließend den Dreier zum Ausgleich. Anders als in Spiel 5 des Viertelfinales im vergangenen Jahr, als Hannes Steinbach die Baskets per Dreier in die Verlängerung warf, ging der Ball dieses Mal aber nur an den Ring, so dass Bonn mit seinen Fans den Einzug ins Halbfinale feiern konnte.
Telekom Baskets Bonn – Fitness First Würzburg Baskets 66:63
(15:19, 7:11, 27:16, 17:17)
Für Würzburg spielten:
Brae Ivey 12 Punkte/2 Dreier, Marcus Carr 10/2, David Muenkat 9/1, Davion Mintz 8/1 (5 Assists), Alen Pjanic 7/1 (9 Rebounds), Johnathan Stove 6/1, Chrisitan Skladanowski 3, Eddy Edigin 2, Lukas Herzog.
Top-Performer Bonn:
Michael Kessens 16 (12 Rebounds), Tylan Birts 12/2, Grayson Murphy 10/1 (5 Assists).
Key Stats:
Feldwurfquote: Würzburg 32 Prozent – Bonn 38 Prozent
Punkte in der Zone: Würzburg 18 – Bonn 38
Fastbreak-Punkte: Würzburg 0 – Bonn 12
Stimmen zum Spiel
Alen Pjanic, Fitness First Würzburg Baskets:
„Unsere erste Halbzeit war sehr gut, aber das dritte Viertel hat uns sehr weh getan. Die Energie ist runtergegangen, und wir haben die Halle ins Spiel kommen lassen. Die Atmosphäre war trotz der Temperaturen heute bombastisch hier in Bonn, würdig für ein Spiel 5. Ich glaube, dass es uns die Ballverluste in der zweiten Halbzeit sehr schwer gemacht haben. Es war nach der Halbzeit sehr schwer. Ich weiß nicht, was da passiert ist. Wir sind immer dankbar für unsere Fans, die uns auch auswärts immer unterstützen, davon gibt es nicht viele in der Liga. Leider konnten wir heute den Sieg nicht holen.“
Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Glückwunsch an Bonn und Coach Markovic zum Sieg und zum Einzug ins Halbfinale. Ich denke, dass alle Spiele sehr eng waren und unter dem Strich ein paar Ballbesitze und ein paar Fehler den Unterschied ausgemacht haben. Heute haben wir in der ersten Halbzeit gut gespielt. Im dritten Viertel haben wir die Konzentration verloren und zu viele Punkte zugelassen. Durch unsere Ballverluste und die Fastbreaks sind sie sehr schnell zurückgekommen. Diese Fehler können aber passieren, wenn man zum ersten Mal in so einer Situation ist. Ich möchte außerdem beiden Fan-Gruppen zu der großartigen Atmosphären in allen fünf Spielen gratulieren. Ein besonderer Dank geht an unsere Fans, die uns heute unterstützt haben. Ich möchte auch meinen Spielern und meinem Trainerstab für eine fantastische und sehr erfolgreiche Saison in der BBL und der Champions League gratulieren. Ich wünsche Bonn viel Erfolg im Halbfinale.“


