Auch Spiel 2 geht an Ulm

Die s.Oliver Baskets stehen in der Halbfinale gegen ratiopharm ulm mit dem Rücken zur Wand: Auch Spiel 2 der „Best-of-Five“-Serie in der s.Oliver-Arena ging nach großem Kampf mit 82:74 an den Tabellenzweiten der Hauptrunde, der damit in den Playoffs das einzige ungeschlagene Team bleibt. Mehrfach kämpften sich die s.Oliver Baskets nach einem zweistelligen Rückstand zurück ins Spiel, waren bis in die Schlussphase dran, am Ende setzten aber die Ulmer die entscheidenden Treffer.

Die s.Oliver Baskets stehen in der Halbfinale gegen ratiopharm ulm mit dem Rücken zur Wand: Auch Spiel 2 der „Best-of-Five“-Serie in der s.Oliver-Arena ging nach großem Kampf mit 82:74 an den Tabellenzweiten der Hauptrunde, der damit in den Playoffs das einzige ungeschlagene Team bleibt. Mehrfach kämpften sich die s.Oliver Baskets nach einem zweistelligen Rückstand zurück ins Spiel, waren bis in die Schlussphase dran, am Ende setzten aber die Ulmer die entscheidenden Treffer.

Beste Werfer der s.Oliver Baskets waren Jason Boone und John Little mit jeweils 15 Punkten, ratiopharm ulm hatte mit Per Günther (25 Punkte) und John Bryant (16 Punkte und 16 Rebounds) die herausragenden Spieler. Am Sonntag um 18.45 Uhr kommt es in der ratiopharm arena in Ulm zu Spiel 3, das die s.Oliver Baskets jetzt unbedingt gewinnen müssen, um ein viertes Spiel in eigener Halle zu erzwingen.

Die Vorzeichen waren günstig für die s.Oliver Baskets, die zuletzt am 12. Februar gegen die Artland Dragons ein Heimspiel verloren hatten: Ulms Top-Scorer Isaiah Swann war im Training umgeknickt und mit einer Knöchelverletzung zum Zuschauen verurteilt. Und die Gastgeber starteten auch gut in die Partie, lagen nach einem Dreier und einem seiner typischen „Floater“ von John Little mit 5:2 vorne.

Es sollte allerdings die letzte Würzburger Führung in diesem Spiel gewesen sein: Angeführt von Nationalspieler Per Günther, der in der ersten Halbzeit bereits 16 seiner 25 Punkte erzielte, legten die Schwaben den ersten ihrer berüchtigten Läufe hin: Dreier Günther, Dane Watts nach Offensiv-Rebound, Dreier Esterkamp, Dreier Günther: Ein 11:0-Lauf zum Spielstand von 5:13, der s.Oliver Baskets-Headcoach John Patrick zu seiner ersten Auszeit veranlasste.

8:19 lagen die s.Oliver Baskets in der 6. Minute hinten, als sie selbst ihren ersten Lauf starteten, den Ivan Elliott mit einem Dreier zum 17:9 vollendete. Ein Szenario, das sich im Laufe des Spiels noch mehrmals wiederholen sollte: Ulm zog davon, die Würzburger kämpften sich zurück. Nach einem Dreier von Ben Jacobson zum 20:21 antworteten die Ulmer mit einem 8:0-Lauf zum 20:29. Mit diesem Spielstand endete das erste Viertel, in dem beide Mannschaften zusammen 9 von 14 Dreiern trafen (Würzburg 4/7, Ulm 5/7).

Zehn Punkte lagen die Ulmer auch in der 14. Minute noch vorne (22:32). Nach einem Zwischenspurt der Baskets zum 30:34 (17.) war wieder Ulm am Zug, das in der ersten Halbzeit 70 Prozent seiner Dreier traf (7/10), dafür aber an der Freiwurflinie viele Punkte liegen ließ (5/11). Trotzdem gingen die Gäste mit einem Zehn-Punkte-Vorsprung in die Pause: 36:46 der Spielstand nach den ersten 20 Minuten.

Bei den 2.800 Würzburger Fans unter den 3.140 Zuschauern in der ausverkauften s.Oliver-Arena wurden Erinnerungen wach an Spiel 4 der Viertelfinal-Serie gegen ALBA Berlin, das die s.Oliver Baskets nach einem Elf-Punkte-Rückstand zur Pause noch drehen konnten. Und bis zur 35. Minute sah es so aus, als könnte das mit Unterstützung der frenetischen Fans auch gegen ratiopharm ulm gelingen. Im dritten Viertel einer tollen Playoff-Partie erhöhten die Hausherren in der Verteidigung noch einmal die Intensität, legten einen 11:4-Lauf zum 47:50 hin und waren wieder im Geschäft.

Doch wie eigentlich immer in diesem Spiel hatten die Ulmer die passenden Antworten parat. Zwar gewannen die s.Oliver Baskets den dritten Spielabschnitt mit 21:19, die Donaustädter lagen zum Start des Schlussabschnitts aber immer noch mit acht Punkten in Front (57:65).

Es folgte die beste Phase der s.Oliver Baskets: Während den Ulmern in den ersten drei Minuten des vierten Viertels kein einziger Punkt gelang – unter anderem blockte Chris Kramer Per Günther beim Korbleger – kamen Center Jason Boone und die Gastgeber immer besser ins Spiel. Und als Boone nach einem schönen Anspiel von Ben Jacobson das Leder mit Wucht zum 65:65-Ausgleich in den Ulmer Korb stopfte, da erreichte der Lärmpegel in der s.Oliver-Arena locker die Werte eines startenden Düsenjägers.

Die Ulmer blieben cool: Mit dem Selbstvertrauen von vier Playoff-Siegen in Folge ließen sie sich auch von der dritten oder vierten Würzburger Aufholjagd nicht aus der Ruhe bringen und entschieden die Partie in den letzten fünf Minuten für sich. Beim Stand von 67:67 nach einem Korbleger von John Little traf John Bryant erst einen Freiwurf, dann prallte ein vergebener Dreier von Steven Esterkamp von seiner Hand ab und landete im Würzburger Korb – 67:70.

Zwei Minuten später folgte der wohl entscheidende Wurf der Spiels: Swann-Ersatz Sebastian Betz traf einen Dreier aus der Ecke zum 67:73. Anschließend gingen bei den Baskets gleich mehrere Dreier-Versuche daneben, und Bryant konnte exakt 68 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Sprungwurf einen Schritt innerhalb der 6,75-Meter-Linie auf 67:75 erhöhen. Den Vorsprung ließen sich die Schwaben nicht mehr nehmen und brachten den Sieg an der Freiwurflinie in trockene Tücher.

Stimmen zum Spiel:

John Patrick, Headcoach s.Oliver Baskets:
"Gratulation an Thorsten Leibenath und seine Mannschaft zum verdienten Sieg. Ulm hat heute wieder das Rebound-Duell gewonnen, Per Günther und Tommy Mason-Griffin haben das Spiel wieder sehr gut dirigiert. Immer, wenn wir nach einem Rückstand zurückgekommen sind, hat Ulm die wichtigen Würfe getroffen. Wir dagegen haben fast 10 Korbleger nicht nutzen können, in der entscheidenden Phase waren wir zu nervös und hektisch. Wir haben gekämpft und alles gegeben, aber Ulm war besser."

Thorsten Leibenath, Headcoach ratiopharm ulm:
"Ich freue mich zunächst einmal sehr darüber, dass wir heute morgen einen neuen Ulmer dazu bekommen haben. Dane Watts hat Nachwuchs bekommen, das war für uns alle ein ganz besonderes Ereignis. Das hat uns heute vielleicht auch einen Push gegeben. Durch die Verletzung von Isaiah Swann waren die Vorzeichen für uns heute nicht so günstig. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wir haben heute gegen eine starke Würzburger Mannschaft gespielt, die auch ein sehr gutes Spiel gemacht hat. Wir haben eine starke Mannschaftsleistung gezeigt, aus der Per Günther herausgeragt hat. Ich bin stolz darauf, wie wir das Spiel in der Schlussphase an uns gerissen haben."


Die Statistik zum Spiel:

s.Oliver Baskets – ratiopharm ulm 74:82 (20:29, 16:17, 21:19:, 17:17)

 

Für die s.Oliver Baskets spielten:
Jason Boone 15 Punkte (9 Rebounds), John Little 15/3 Dreier, Chris Kramer 10 (7 Rebounds, 4 Assists), Ben Jacobson 10/2, Ricky Harris 9/1, Ivan Elliott 8/1 (7 Rebounds), Alex King 7/1, Robert Tomaszek, Jermaine Bucknor.

ratiopharm ulm:
Per Günther 25/3, John Bryant 16 (16 Rebounds), Keaton Nankivil 8/2, Tommy Mason-Griffin 8, Dane Watts 8 (7 Rebounds, 4 Assists), Sebastian Betz 7/1, Kelvin Torbert 5/1, Steven Esterkamp 5/1, Marcel Heberlein.

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