ARBEITS-HEIMSIEG GEGEN KÄMPFERISCHE HEIDELBERGER

Es war ein hartes Stück Arbeit in einer restlos ausverkauften Turnhölle: Im Faschings-Heimspiel des 20. easyCredit BBL-Spieltags am Freitagabend haben sich die Fitness First Würzburg Baskets mit 70:54 (25:23) gegen kämpferische MLP Academics Heidelberg durchgesetzt. Die ersatzgeschwächten Gäste machten der Heimmannschaft das Leben drei Viertel lang sehr schwer, vor dem Schlussabschnitt lagen die Baskets in einer defensiv geprägten Partie nur knapp mit 47:46 in Führung. Im letzten Viertel ließen sie dann nur nch acht Punkte der Academics zu, trafen in Korbnähe fast jeden Wurf und kamen dadurch noch zu einem deutlichen Heimerfolg.

Topscorer der Partie war Johnathan Stove mit 19 Punkten, Charles Thompson legte an seinem 25. Geburtstag mit 11 Zählern und 11 Rebounds live bei Dyn ein Double-Double auf. „Es war wichtig, dass wir in der zweiten Halbzeit einen Weg gefunden haben, im Angriff besser zu spielen als vor der Pause“, sagte Headcoach Sasa Filipovski nach dem Spiel. Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets am Aschermittwoch um 18:30 Uhr mit dem Auswärtsspiel beim BBL-Schlusslicht Basketball Löwen Braunschweig. Gegner im nächsten Heimspiel sind nach der Länderspielpause am 6. März (Freitag / 20 Uhr) die NINERS Chemnitz.

Heidelberg musste in der stimmungsvollen Turnhölle auf seine beiden Topscorer DJ Horne (krank) und Michael Weathers (verletzt) verzichten. Der Serbe Dusan Neskovic und Ex-NBA-Star Paul Zipser waren zwar im Aufgebot, wurden von Headcoach Danny Jansson aber nicht eingesetzt. Die Ausfälle machten die Gäste aber von Beginn an mit Kampfgeist und einer hohen Intensität in der Verteidigung wett, mit der die Baskets weniger als 48 Stunden nach dem Heimsieg gegen Unicaja Malaga drei Viertel lang Probleme hatten.

Im ersten Abschnitt waren es sieben Würzburger Ballverluste und vier Heidelberger Offensivrebounds, die eine knappe Führung der Gäste zur Folge hatten. Marcel Keßen, am Ende zusammen mit Mateo Seric Topscorer der Academics (jeweils 14 Punkte), nutzte einen davon per Tip-In für den Spielstand von 14:17 nach zehn Minuten. Den einzigen Würzburger Dreier hatte zu diesem Zeitpunkt Johnathan Stove getroffen, der auch in der Verteidigung eine starke Vorstellung zeigte - Ryan Mikesell, der seit seiner Rückkehr nach Heidelberg 13,2 Punkte im Schnitt erzielt hatte, kam am Freitagabend nur auf sechs Zähler.

Dafür hatte der Flügelspieler in der ersten Halbzeit vier der sechs Ballgewinne, die Heidelberg zu sieben Fastbreak-Punkten nutzen konnten. Ansonsten waren einfache Abschlüsse vor allem im zweiten Viertel auf beiden Seiten Mangelware, und auch die Dreierquoten beider Teams ließen zu wünschen übrig. Die Baskets erzielten im zweiten Viertel nur elf Punkte, ließen aber auch nur sechs Zähler zu und konnten nach einem zwischenzeitlichen 9:0-Lauf und einer hart umkämpften ersten Halbzeit mit einer knappen 25:23-Führung in die Kabine gehen.

Dort nahm Sasa Filipovski in der Offensive einige Anpassungen vor, die sich im weiteren Spielverlauf auszahlen sollten. Im dritten Abschnitt waren aber auch die Gäste im Angriff erfolgreicher als vor der Pause und trafen fünf Dreier bei zehn Versuchen. Die Baskets konnten sich im Angriff weiter auf Johnathan Stove verlassen, der seine 19 Punkte in den ersten drei Abschnitten erzielte - neun davon im dritten Viertel, das trotzdem mit 22:23 knapp an die Gäste ging. Nach einem Dreier von Marcel Keßen lagen die Academics in der 29. Minute einmal kurz mit 45:46 in Führung, Lukas Herzog drehte den Spielstand vor der letzten Viertelpause aber noch einmal per Korbleger.

Im Schlussabschnitt blockte Herzog, der nach dem Spiel zum „MVP“ gekürt wurde, einen Korblegerversuch von Kevin McClain, dann sorgte Baskets-Kapitän Eddy Edigin nach zwei Pick-and-Roll-Pässen von Marcus Carr für die erste größere Führung der Hausherren (51:46, 33. Minute). Zwei Minuten später holte Lukas Herzog das Momentum endgültig auf Würzburger Seite: Nach einem Ballgewinne stellte er den Spielstand auf 54:48 und brachte die ohnehin gute Stimmung in der Halle zu einem neuen Höhepunkt.

Die nächsten sieben Baskets-Punkte erzielte Marcus Carr und sorgte für den ersten zweistelligen Vorsprung (61:50) - damit war der Widerstand der Gäste gebrochen. Das letzte Viertel ging mit 23:8 deutlich an die Heimmannschaft, allerspätestens nach einem Dreier von Davion Mintz zum 66:52 standen die Fitness First Würzburg Baskets als Sieger fest.
 

Fitness First Würzburg Baskets - MLP Academics Heidelberg 70:54
(14:17, 11:6, 22:23, 23:8)


Für Würzburg spielten:
Johnathan Stov 19 Punkte/3 Dreier, Davion Mintz 14/1, Marcus Carr 12 (7 Assists), Charles Thompson 11 (11 Rebounds/2 Blocks), Lukas Herzog 4, ddy Edigin Jr. 4 (9 Rebounds), Christian Skladanowski 3, David Muenkat 2, Brae Ivey 1 (5 Assists), Leo Saffer, Marko Petric.

Top-Performer Heidelberg:
Marcel Keßen 14/2 (7 Rebounds), Mato Seric 14/2, Erol Ersek 10/2.


Key Stats:
Punkte in der Zone: Würzburg 40 - Heidelberg 8
Rebounds: Würzburg 44 - Heidelberg 32
Feldwurfquote: Würzburg 48 Prozent - Heidelberg 30 Prozent


Stimmen zum Spiel


Johnathan Stove, Fitness First Würzburg Baskets:
„Wir sind es inzwischen gewohnt, wenig Pause zwischen den Spielen zu haben, darauf haben wir uns in der Preseason vorbereitet. Es war ja nicht das erste Mal, deswegen gibt es auch keine Entschuldigungen. Marcus und Davion sind gute Spieler, deswegen ist es normalerweise schwierig, ihnen nicht den Ball in die Hand zu geben. Heute war es mein Spiel. Mein Job ist es, meine Rolle auszufüllen und dafür bereit zu sein.“

Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„So wie in Heidelberg war es auch heute ein schwieriges Spiel für uns. Ich bin glücklich, dass wir auch in der BBL das Eis brechen und den ersten Sieg in der Rückrunde holen konnten. Wir hatten nur einen Tag Zeit, um uns vorzubereiten. Bei Heidelberg sind zwar einige Schlüsselspieler ausgefallen, aber für sie sind andere in die Bresche gesprungen. Sie hatten nichts zu verlieren und konnten ohne Druck spielen, das hat man in den ersten drei Vierteln gesehen. Es war wichtig, dass wir dann in der zweiten Halbzeit einen Weg gefunden haben, im Angriff besser zu spielen. Unsere Verteidigung war von Anfang an gut, auch im vierten Viertel haben wir weiter gut verteidigt. Deswegen Glückwunsch an meine Spieler und auch an meinen Trainerstab. Die Atmosphäre in unserer ausverkauften Halle war wieder fantastisch, deswegen auch danke an alle Fans.“

Danny Jansson, Headcoach MLP Academics Heidelberg:
„Ich denke, dass unser Einsatz heute über weite Strecken sehr solide war, obwohl wir durch die Ausfälle Probleme mit unserer Rotation hatten. Es ist natürlich nicht ideal, wenn einzelne Spieler länger als 38 Minuten oder 33 Minuten spielen müssen. Es ist auch unnötig zu erwähnen, dass uns im Angriff die beiden Spieler mit dem besten Skillset gefehlt haben. Unsere Verteidigung hat uns in diesem Spiel getragen. Am Ende haben wir dann den Glauben an den Sieg verloren, nachdem Würzburg einige erfolgreiche Angriffe hintereinander hatte. Leider konnten wir dann in den letzten drei oder vier Minuten nicht mehr dagegen halten und weiter um den Sieg kämpfen, was ich bis dahin für möglich gehalten habe.“ 

FOTO: studiozudem.de / Viktor Meshko