Die Fitness First Würzburg Baskets sind mit einer Heimniederlage in die Play-Ins der Basketball Champions League gestartet und müssen am Donnerstag in der Slowakei gewinnen, um ein drittes und entscheidendes Spiel in der tectake ARENA zu erzwingen. Gegen den slowakischen Meister Patrioti Levice startete die Heimmannschaft vor knapp 2700 Zuschauenden am frühen Dienstagabend schwach in die Partie und musste einen frühen 14-Punkte-Rückstand aufholen.
Das gelang zwar zu Beginn der zweiten Halbzeit, dank einer starken Trefferquote von der Dreierlinie (58 Prozent), zahlreichen Freiwurfchancen und 17 Punkten von Rickey McGill im vierten Viertel setzten sich aber die Gäste durch. Das Ergebnis lautete trotz einer Galavorstellung von Davion Mintz (30 Punkte/6 Dreier) und 15 Zählern von Brae Ivey in der zweiten Halbzeit am Ende 89:92 (die Partie gibt's im Re-Live bei Dyn).
Damit haben die Löwen aus Levice am Donnerstag die Chance, mit einem Heimsieg in Bratislava in die „Round of 16“ einzuziehen. „Das Hauptproblem war unsere Verteidigung. Levice hat jetzt den Heimvorteil, wir müssen in ihrer Halle viel besser spielen“, sagte Headcoach Sasa Filipovski nach der Partie. Spiel 2 wird für Abonnenten am Donnerstag ab 18 Uhr wie gewohnt live bei Dyn übertragen, in der Wohnzimmer Bar in der Würzburger Sanderstraße treffen sich die Baskets-Fans zum Public Viewing. Sollten sich die Filipovski-Schützlinge durchsetzen, findet das entscheidende Spiel der Serie am kommenden Mittwoch (14. Januar, 18:30 Uhr) in der tectake ARENA statt.
Die vom Headcoach angesprochenen Defizite in der Defensive zeigten sich bei der Play-In-Premiere der Fitness First Würzburg Baskets gleich in der Anfangsphase: Die beiden Slowaken Boris Bojanowsky und Novak Music wurden immer wieder gut angespielt und erzielten 12 Punkte in den ersten gut fünf Spielminuten, während auf Würzburger Seite nur Kapitän Eddy Edigin mit vier Zählern offensiv erfolgreich war.
Dazu kamen bei den Löwen zwei Dreier von Rickey McGill und Gabe Dorsey, der den Spielstand in der 7. Minute auf 4:18 stellte - Sasa Filipovski nahm seine erste Auszeit. Danach ließen die Baskets im ersten Viertel zwar keine Punkte der Gäste mehr zu, konnten den Rückstand aber nur auf 9:18 verkürzen.
Daran änderte sich in einem flotten Spiel mit wenigen Unterbrechungen auch im zweiten Abschnitt wenig, weil die Gastgeber vor der Pause nur zwei Dreier bei dreizehn Versuchen trafen (15 Prozent) und auch an der Freiwurflinie vier Chancen nicht nutzen konnten.
Levice startete mit einem McGill-Korbleger und einem Dreier des Finnen Aatu Kivimaki zum Zwischenstand von 9:23 ins zweite Viertel, dann starteten die Baskets eine lange Aufholjagd. Dank acht Offensivrebounds, die zu elf Punkten führten, konnten sie den Rückstand bis zum Seitenwechsel auf 31:39 reduzieren.
Nach der Pause wurde aus der Partie ein echtes Offensivspektakel mit insgesamt 111 Punkten. Die Heimmannschaft versenkte zwölf Dreier, dominierte weiter am offensiven Brett (insgesamt 22 Punkte aus zweiten Chancen) und gewann die zweite Halbzeit mit 58:53. Das war nach dem frühen Rückstand aber nicht genug, um die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden.
„Wir haben uns im ersten Viertel ein zu tiefes Loch gegraben“, sagte Brae Ivey hinterher. Der Kalifornier traf nach der Pause fünf Dreier, Davion Mintz erzielte zwanzig Punkte im dritten und vierten Viertel - es half nichts, weil der slowakische Serienmeister weiter mit viel Selbstvertrauen spielte und auf jeden Würzburger Zwischenspurt die passende Antwort hatte.
Ihre stärkste Phase hatten die Hausherren zu Beginn des dritten Viertels: Sie erhöhten für kurze Zeit die Intensität in der Verteidigung und starteten mit einem 10:0-Lauf in die zweite Halbzeit. Davion Mintz und Brae Ivey trafen von außen, Mintz außerdem per Korbleger, und Christian Skladanowski versenkte nach weniger als zwei Minuten im dritten Viertel zwei Freiwürfe zur ersten Würzburger Führung des Spiels (41:39).
Die Freiwürfe sollten in der Endabrechnung auch den Unterschied ausmachen: Würzburg erhielt nach der Pause nur vier Chancen an der Linie, Levice dagegen 22, mit denen die Löwen 16 Punkte erzielten. Den Anfang machte Gabe Dorsey, der beim Dreier gefoult wurde und in der 25. Minute dreimal von der Linie zum Zwischenstand von 45:46 traf.
Knapp drei Minuten vor Ende des dritten Viertels lagen die Baskets wieder knapp mit 54:53 vorne, dann setzte sich Levice mit einem 9:2-Lauf wieder ab - Rickey McGill beendete den Abschnitt mit einem Dreier zum Zwischenstand von 56:62.
Im Schlussabschnitt erzielte der Levice-Topscorer weitere 17 Punkte und traf drei Drei-Punkte-Würfe, mit dem ersten erhöhte er die Führung in der 32. Minute auf 59:70. Die Baskets hielten mit drei Dreiern in Folge (Brae Ivey, Ryan Schwieger und Davion Mintz) sofort dagegen, bekamen aber nicht genug Stopps in der Verteidigung und daher erst in der Crunchtime noch einmal in Schlagdistanz - Ivey traf gut drei Minuten vor Schluss erneut von der Dreierlinie zum 73:77.
Kleiner wurde der Abstand in der Schlussphase nicht mehr - entweder traf Rickey McGill oder Levice durfte an die Freiwurflinie. Die Gäste zeigten so gut wie keine Nerven und feierten in der Turnhölle am Ende einen knappen, aber verdienten Auswärtssieg. Für den Endstand von 89:92 sorgte 1,2 Sekunden vor Schluss Brae Ivey mit seinem fünften Dreier der zweiten Halbzeit.
Fitness First Würzburg Baskets - Patrioti Levice 89:92
(9:18, 22:21, 25:23, 33:30)
Für Würzburg spielten:
Davion Mintz 30 Punkte/6 Dreier, Brae Ivey 16/5 (7 Assists), Charles Thompson 14 (9 Rebounds/6 Assists), Johnathan Stove 8/2, Eddy Edigin Jr. 6, Ryan Schwieger 5/1, Christian Skladanowski 4, David Muenkat 4, Alen Pjanic 2, Lukas Herzog.
Top-Performer Levice:
Rickey McGill 29/6 (6 Rebounds/5 Assists), Novak Music 17/2 (6 Assists), Boris Bojanovsky 14, Gabe Dorsey 13/2.
Key Stats:
Dreierquote: Würzburg 41 Prozent - Levice 58 Prozent
Feldwurfquote: Würzburg 45 Prozent - Levice 56 Prozent
Freiwürfe: Würzburg 9 von 13 - Levice 17 von 25
Stimmen zum Spiel
Brae Ivey, Fitness First Würzburg Baskets:
„Wir müssen einfach besser spielen. Sie haben härter gespielt als wir, und wir konnten sie nicht häufig genug stoppen. Wir sind eine Mannschaft, die immer gut verteidigen will, das haben wir heute aber nicht gemacht. Jetzt haben wir am Donnerstag einen großen Fight vor uns, Levice hat eine gute Mannschaft. Als wir in der zweiten Halbzeit die Intensität erhöht haben, haben sie dagegen gehalten. Wir müssen einfach besser starten. Wir konnten zwar die letzten drei Viertel gewinnen, haben uns aber im ersten Viertel ein zu tiefes Loch gegraben.“
Saša Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Das Hauptproblem war unsere Verteidigung. Levice hatte drei Spieler mit mehr als 30 Minuten, McGill hat sogar 40 Minuten durchgespielt. Wir haben das, was wir in der Verteidigung eigentlich können, heute nicht gezeigt. Jetzt hat Levice den Heimvorteil. Wir müssen am Donnerstag zurückschlagen und viel besser spielen. Wir wussten, dass McGill ihr bester Spieler ist. Wir haben ihn mit verschiedenen Spielern verteidigt, konnten ihn aber nicht stoppen.“
Michal Madzin, Headcoach Patrioti Levice:
„Ich bin superstolz darauf, wie meine Jungs für diesen Sieg gekämpft haben. Jetzt brauchen wir noch einen Sieg und müssen am Donnerstag gut vorbereitet sein. Ich glaube, unsere Halle in Bratislava ist bereits ausverkauft. Es wird eine großartige Atmosphäre mit unseren tollen Fans, und ich hoffe auf einen Sieg für uns. Ich erwarte aber auch viel Energie von der Würzburger Mannschaft, dafür müssen wir bereit sein.“
Rickey McGill, Patrioti Levice:
„Es war ein guter Sieg für uns, aber ich denke jetzt schon an das Spiel am Donnerstag, auf das wir uns vorbereiten müssen. Unser Job ist noch nicht erledigt, wir müssen auch das zweite Spiel in der Slowakei gewinnen. Ich habe mich im vierten Viertel gut gefühlt, nachdem die ersten Würfe reingegangen sind. Die Jungs haben mir gesagt, dass ich weiter werfen soll, und das habe ich getan.“


