85:90 IN MALAGA: GANZ NAH DRAN AN DER SENSATION

Die Fitness First Würzburg Baskets haben zum Auftakt der „Round of 16“ in der Basketball Champions League eine Sensation nur knapp verpasst: Nach einem ganz starken Auftritt in der zweiten Halbzeit hatten die Schützlinge von Headcoach Sasa Filipovski in einer spannenden Schlussphase die Chance zum Auswärtssieg bei Unicaja Malaga, mussten sich dem zweifachen BCL-Champion aus Spanien am Ende aber mit 85:90 (34:59) geschlagen geben.

Die Baskets ließen sich auch vom zweistelligen Halbzeit-Rückstand nicht beeindrucken, spielten an beiden Enden des Spielfelds weiter mit sehr viel Selbstvertrauen und gewannen die zweiten zwanzig Minuten mit 51:41. In der Crunchtime trafen die Würzburger Topscorer Davion Mintz (23 Punkte) und Marcus Carr (19 Punkte/7 Assists) gleich mehrere schwierige Drei-Punkte-Würfe - Mintz brachte die Baskets mit seinem sechsten erfolgreichen Dreier 61 Sekunden vor der Schlusssirene auf 84:83 heran. In der Crunchtime hatten die Gastgeber dann aber die besseren Nerven: Nihad Dedovic (21 Punkte) und Kendrick Perry (19 Punkte) machten den knappen Erfolg live bei Dyn mit sechs Treffern von der Freiwurflinie klar.

„Ich bin zufrieden damit, wie wir in der zweiten Halbzeit zurückgekommen sind. Wir konnten das Spiel in der Schlussphase noch einmal eng machen, haben dann aber die Konzentration verloren“, sagte Baskets-Headcoach Sasa Filipovski nach dem Spiel. Weiter geht es für die Baskets am Sonntag mit dem Spitzenspiel des 17. easyCredit BBL-Spieltags: Der Tabellenzweite tritt um 15 Uhr im Münchner BMW Park bei Tabellenführer FC Bayern München Basketball an.

Schon in der Anfangsphase stellten die Fitness First Würzburg Baskets im Palacio de Deportes Jose Maria Martin Carpena eindrucksvoll unter Beweis, dass sie sich auch in der Achtelfinal-Runde der Basketball Champions League vor keinem Gegner verstecken müssen. Sie gingen mit viel Energie und jeder Menge Selbstvertrauen in die Partie beim Top-Favoriten und waren von der ersten Sekunde an voll da.

Christian Skladanowski gewann den Sprungball gegen Aleksander Balcerowski, und gleich im ersten Angriff schnappten sich die Baskets gleich drei Offensivrebounds - Davion Mintz nutzte die vierte Chance von der Freiwurflinie zur ersten Führung.

Auch nach einem Dreier von Marcus Carr in der zweiten und einem Sprungwurf von Skladanowski in der dritten Minute lagen die Gäste weiter knapp vorne, durch einen Offensivrebound und Korbleger von Johnathan Stove war der Spielstand nach vier Minuten ausgeglichen (10:10).

Im weiteren Verlauf des ersten Viertels fielen dann die Würfe der Hausherren besser - Kendrick Perry und Nihad Dedovic trafen zweimal von außen zum 16:10. Die Baskets blieben durch fünf Punkte von Davion Mintz im Spiel (18:15, 7. Minute), nach dem ersten Abschnitt lag Malaga mit 24:19 vorne.

Weil die Gastgeber schon in der ersten Halbzeit 15 Freiwürfe mehr als die Baskets zugesprochen bekamen, konnten sie trotz einer in den ersten beiden Vierteln schwachen Freiwurfquote (58 Prozent) ihren Vorsprung bis zum Seitenwechsel auf 49:34 ausbauen. Malaga profitierte außerdem davon, dass Baskets-Spielmacher Marcus Carr früh sein drittes Foul kassierte und daher im zweiten Abschnitt keine drei Minuten auf dem Parkett stand.

Nach der Pause übernahm der Kanadier (14 Punkte und drei Dreier in der zweiten Halbzeit) dann zusammen mit Davion Mintz  (9 Punkte und drei Dreier in der zweiten Halbzeit) wieder die gewohnte Rolle als Anführer seines Teams. Im fünften Pflichtspiel in Folge zeigten die Baskets ein starkes drittes Viertel, begegneten dem zweifachen BCL-Champion auf Augenhöhe und kämpften sich Punkt um Punkt zurück in die Partie.

Zwar konnte Malaga seine Halbzeitführung bis zur 27. Minute sogar leicht ausbauen (64:48), mit einem viertelübergreifenden 11:2-Lauf machten die Baskets dann aber ein richtig spannendes Spiel draus.

David Muenkat lieferte nach einem Alley-Oop-Anspiel von Davion Mintz zu Beginn des Schlussabschnitts mit einem seiner krachenden Dunks nicht nur die spektakulärste Aktion der Partie, sondern verkürzte den Abstand auch auf 66:59. Von diesem Zeitpunkt an war die Begegnung eine enge und spannende Angelegenheit. Nach einem vergebenen Mintz-Dreier in der 34. Minute war es wieder Muenkat, der sich den Offensivrebound schnappte und den Spielstand auf 68:64 stellte.

Zweieinhalb Minuten später verkürzte Carr von der Dreierlinie (75:72, 37. Minute), exakt zwei Minuten vor Schluss traf auch Muenkat von außen (80:77). Zwei weitere Drei-Punkte-Treffer von Carr (82:80) und Mintz (84:83) leiteten dann eine extrem spannende Schlussminute ein. Johnathan Stove behielt an der Freiwurflinie die Nerven und traf 14 Sekunden vor dem Ende zweimal zum 86:85.

Leider konnte David Muenkat dieses Kunststück beim Spielstand von 88:85 nicht wiederholen - er vergab beide Freiwürfe, so dass Kendrick Perry von der Linie für Malaga den 32. Sieg aus den letzten 33 BCL-Partien in der sicherstellen konnte.


Unicaja Malaga - Fitness First Würzburg Baskets 90:85
(24:19, 25:15, 17:23, 24:28)


Für Würzburg spielten:
Davion Mintz 23 Punkte/6 Dreier (5 Assists), Marcus Carr 19/4 (7 Assists), Eddy Edigin Jr. 10 (6 Rebounds), Brae Ivey 9/1, David Muenkat 7/1 (8 Rebounds), Johnathan Stove 7 (6 Rebounds), Christian Skladanowski 6, Charles Thompson 4, Lukas Herzog, Marko Petric.

Top-Performer Malaga:
Nihad Dedovic 21/3, Kendrick Perry 19/3, Emir Sulejmanovic 11/1.


Key Stats:
Freiwürfe: Würzburg 9 von 19 (47,3 Prozent) - Malaga 29 von 41 (70,7 Prozent)
Fastbreakpunkte: Würzburg 5 - Malaga 13
Ballverluste: Würzburg 11 - Malaga 6


Stimmen zum Spiel

Davion Mintz, Fitness First Würzburg Baskets:
„Es war ein sehr intensives Spiel. Ich bin sehr stolz auf unser Team und unseren Trainerstab. Wir lagen zur Halbzeit mit 15 Punkten hinten, und es wäre einfach gewesen, die Köpfe hängen zu lassen und wieder nach Hause zu fahren. Wir haben aber gekämpft und gezeigt, dass es ein gewinnbares Spiel für uns war. Ich bin stolz auf die Resilienz, die wir in diesem Auswärtsspiel gezeigt haben. Am Anfang hat Malaga uns mit Physis beeindruckt. In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut genug dagegen gehalten, das ist für mich nicht akzeptabel und war nicht unser Basketball.“

Saša Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Glückwunsch an Malaga. Wir sind nicht gut ins Spiel gestartet, haben in der Verteidigung nicht mit genug Selbstvertrauen gespielt und beim Rebound auch nicht gut ausgeboxt. Wir haben unseren Gameplan in der ersten Halbzeit nicht umgesetzt. Natürlich bin ich happy damit, wie wir in der zweiten Halbzeit zurückgekommen sind. Wir konnten es in der Schlussphase noch einmal eng machen, haben dann aber die Konzentration verloren und in den entscheidenden Momenten dumme Fouls begangen. Es war schön für mich, nach langer Zeit wieder nach Malaga zurückzukommen. Der spanische Basketball ist der beste in Europa. Für unsere auf diesem Level unerfahrene Mannschaft war es eine Ehre und ein Vergnügen, hier zu spielen.“

Ibon Navarro, Headcoach Unicaja Malaga:
„Glückwunsch an mein Team zu diesem Sieg. Ich denke, dass das Spiel so verlaufen ist, wie wir es vorhergesehen haben. Würzburg spielt sehr physisch und eine sehr solide Verteidigung. Sie haben schon in den ersten beiden Minuten sechs Offensivrebounds geholt und uns für jeden unserer Fehler in der Verteidigung bestraft, vor allem Davion Mintz. Im letzten Viertel hatten wir das Spiel mehr oder weniger unter Kontrolle, aber Mintz und Marcus Carr können jederzeit ein Spiel drehen, und das haben sie heute getan. Wenn Würzburg das dritte Viertel gewinnt, holen sie in 95 Prozent der Fälle auch den Sieg. Deswegen war das, was im vierten Viertel passiert ist, nicht überraschend, aber wir konnten das Spiel am Ende an der Freiwurflinie gewinnen. Ich bin glücklich über diesen Sieg, weil es ein schwieriges Spiel war.“

Nihad Dedovic, Unicaja Malaga:
„Es war für uns das erwartet schwierige Spiel gegen eine wirklich gut organisierte Mannschaft. Sie stehen nicht ohne Grund hier in der Runde der besten 16 und in der Bundesliga auf dem zweiten Platz. Es war ein guter erster Sieg für uns."

FOTO: FIBA / Basketball Champions League