104:100 NACH VERLÄNGERUNGS-KRIMI IM RASTA DOME

Die Fitness First Würzburg Baskets bleiben erster Verfolger von easyCredit BBL-Spitzenreiter FC Bayern München: Im dritten Spiel innerhalb von nur fünf Tagen setzte sich das Team von Headcoach Sasa Filipovski am Sonntag nach Verlängerung mit 104:100 bei RASTA Vechta durch. In der letzten Sekunde eines spannenden Spiels mit vielen Läufen  - darunter ein Würzburger 15:0-Lauf im dritten Viertel - konnte Vechtas Alonzo Verge Jr. mit einem Sprungwurf den 90:90-Ausgleich und damit fünf Extraminuten erzwingen.

In der Overtime trafen die Baskets ihre ersten vier Würfe und übernahmen dadurch zwei Minuten vor Schluss die Führung, die anschließend Brae Ivey mit vier Treffern von der Freiwurflinie erfolgreich verteidigte. Ivey war mit einem neuen Saison-Bestwert von 25 Punkten auch bester Scorer auf Würzburger Seite. Zweistellig trafen für die Baskets außerdem Davion Mintz (18), Eddy Edigin Jr. (14), Jonathan Stove (13) und Charles Thompson, der an beiden Enden des Feldes erneut ein ganz starkes Spiel ablieferte und live bei Dyn Topwerte in gleich fünf statistischen Kategorien auflegte (13 Punkte / 10 Rebounds / 5 Assists / 3 Steals / 5 Blocks).

Nach einer anstrengenden Woche wartet das nächste wichtige Spiel bereits in drei Tagen auf die Baskets: Die entscheidende dritte Partie der Play-In-Serie der Basketball Champions League gegen Patrioti Levice findet am kommenden Mittwoch um 18:30 Uhr in der tectake ARENA statt. Tickets für das Do-or-Die-Spiel gegen den slowakischen Meister gibt es im Onlineshop 

Marcus Carr, der die Baskets am Donnerstag in Bratislava mit 20 Punkten und 6 Assists zum 74:56-Auswärtssieg geführt hatte, stand im mit 3140 Zuschauenden ausverkauften RASTA Dome nicht im Aufgebot, um die lädierte linke Wade vor dem entscheidenden Heimspiel am Mittwoch zu schonen. Ersetzt wurde er von Ryan Schwieger, der in den letzten beiden Spielzeiten 35 BBL-Spiele für RASTA Vechta bestritten hat, Brae Ivey startete auf der Spielmacherposition.

In der Anfangsphase stand aber Eddy Edigin Jr. im Mittelpunkt des Geschehens: Der Baskets-Kapitän wurde mehrfach gut angespielt, schnappte sich außerdem einen Offensivrebound und erzielte acht der ersten zwölf Würzburger Punkte. Weil im weiteren Verlauf des ersten Viertels Brae Ivey zwei Dreier hintereinander traf, war das Spiel in dieser Phase eine weitgehend ausgeglichene Angelegenheit. Das blieb auch bis zur 14. Minute so - Brae Ivey stellte den Spielstand per Korbleger auf 26:26.

Dann konnten sich die Gastgeber mit einem 9:0-Lauf zum ersten Mal etwas deutlicher absetzen. „In dieser Situation haben wir Charakter gezeigt“, sagte Sasa Filipovski hinterher. Er nahm in der 16. Minute die Auszeit, bis zum Seitenwechsel war sein Team beim Spielstand von 45:41 wieder in Schlagdistanz.

Im dritten Viertel bekamen die Baskets den Gegner in der Verteidigung zunächst deutlich besser unter Kontrolle. Erst verkürzte Johnathan Stove mit einem Dreier auf 47:46, kurz danach gelang den Gästen ein 15:0-Lauf innerhalb von rund vier Minuten, weil sie auf dem Weg zum Korb in dieser Phase nicht zu stoppen waren.

Mit sechs erfolgreichen Layups und drei Freiwürfen stellten sie den Spielstand auf 49:61, die Freude der mitgereisten Baskets-Fans über den zweistelligen Vorsprung war aber nicht von langer Dauer. Vechta antwortete mit einem 12:4-Lauf, beim Spielstand von 61:67 ging es kurze Zeit später ins vierte Viertel.

Im vierten Viertel konnten die Baskets ihre Führung durch einen Dreier von Lukas Herzog wieder auf neun Punkte ausbauen (61:70), auch knapp vier Minuten vor dem Ende lagen sie nach zwei ebenso wichtigen wie erfolgreichen Drei-Punkte-Treffern von Davion Mintz immer noch mit sechs Zählern vorne (76:82, 37. Minute).

Zwei Würzburger Ballverluste und zwei Dreier von Tommy Kuhse sorgten allerdings für den 86:86-Ausgleich und extrem spannende letzte 99 Sekunden der regulären Spielzeit. Die Gäste konnten zwar durch Johnathan Stove noch zweimal in Führung gehen, beide Male glich Alonzo Verge Jr. aber umgehend wieder aus - der Halbdistanzwurf des BBL-Topscorers zum 90:90 erzwang mit 0,6 Sekunden auf der Uhr die Verlängerung.

In den fünf Extra-Minuten fand das Würzburger Quintett Brae Ivey, Davion Mintz, Johnathan Stove, David Muenkat und Charles Thompson dann noch die nötigen Körnchen Energie, um vorne seine Chancen zu nutzen und in der Verteidigung die nötigen Stopps zu bekommen. Dreier von Ivey und Mintz sowie zwei Korbleger von Thompson sorgten für den elften und letzten Führungswechsel der Partie (98:100, 43. Minute).

In den letzten beiden Spielminuten gelang den Gastgebern zwar noch ein Korbleger, sie mussten aber auch Brae Ivey zweimal an die Freiwurflinie schicken. Der Kalifornier gab sich keine Blöße. traf alle vier Versuche und machte damit den sechsten Sieg der Baskets aus den letzten sieben BBL-Spielen klar.

RASTA Vechta - Fitness First Würzburg Baskets 100:104 n.V.
(20:19, 25:22, 16:26, 29:23, 10:14)


Für Würzburg spielten:
Brae Ivey 25 Punkte/3 Dreier (6 Assists), Davion Mintz 18/3 (3 Steals), Eddy Edigin Jr. 14, Charles Thompson 13 (10 Rebounds/5 Assists/5 Blocks/3 Steals), Johnathan Stove 13/1, Christian Skladanowski 6, Lukas Herzog 5/1, Ryan Schwieger 5/1, Alen Pjanic.

Top-Performer Vechta:
Alonzo Verge Jr. 27/1 (11 Assists/3 Steals), TJ Bamba 22/2, Tommy Kuhse 16/3 (5 Assists), Tevin Brown 14/4 (3 Steals).


Key Stats:
Fastbreak-Punkte: Würzburg 11 - Vechta 0
Dreierquote 2. Halbzeit: Würzburg 60 Prozent - Vechta 43 Prozent
Freiwurfquote: Würzburg 82 Prozent - Vechta 71 Prozent


Stimmen zum Spiel


Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„In der ersten Halbzeit haben wir ein paar Korbleger gegen Kontakt nicht getroffen. Abgesehen davon war auch die erste Hälfte schon recht gut. Nach dem Neun-Punkte-Rückstand haben wir einfach Charakter bewiesen. Ich denke, wir hätten das Spiel schon in der regulären Zeit gewinnen können. Da haben wir dann aber ein paar Fehler beim Rebounding und in unserer Baseline-Defense gemacht. Letztlich haben wir diesen Sieg verdient. Vechta hat ein sehr talentiertes Team, sie spielen sehr gut. Mit diesen erfahrenen Spielern im Team sind sie für mich ein Playoff-Team. Ich freue mich sehr für meine Mannschaft, die dieses Spiel für den Klub gewinnen wollte. Er hat es uns ermöglicht, dass wir nach dem Spiel in der Slowakei direkt nach Vechta reisen konnten, so dass wir etwas mehr Zeit zur Regeneration hatten. In drei Tagen haben wir ja schon das nächste sehr wichtige Spiel. Ich freue mich sehr über den Sieg und für unsere mitgereisten Fans. Hier in Vechta herrscht immer eine super Atmosphäre. Die Leute hier lieben Basketball, es macht immer Spaß, hier zu spielen.“

Christian Held, Headcoach RASTA Vechta:
„Zunächst Glückwunsch an Würzburg, die in einer für sie sehr anstrengenden Woche hier einen Kampf abgeliefert haben. Ich denke, für die Zuschauer war es ein schönes Spiel, weil es oft rauf und runter ging. Letztlich war es der Würzburger Lauf im 3. Viertel, der uns gekillt hat. In dieser Phase haben wir einfach zu viele individuelle Fehler gemacht. Das waren Kleinigkeiten, aber eine Topmannschaft wie Würzburg nutzt das aus. Es dauert in solchen Momenten zu lange, bis wir wieder ins Spiel finden, um so einen Lauf zu stoppen. Das war es, was uns dieses Spiel gekostet hat. Wir schaffen es zwar noch, in die Overtime zu kommen. Aber da haben wir es am Ende leider nicht hinbekommen, die nötigen Stopps zu kriegen, die man braucht, um so ein enges Spiel zu gewinnen.“ 

FOTO: Christian Becker