Die Fitness First Würzburg Baskets haben zum Auftakt des 4. easyCredit BBl-Spieltags ihren ersten Heimsieg der Saison eingefahren. Am Freitagabend gelang vor 2.900 Zuschauenden in der tectake ARENA ein 83:76-Erfolg und damit die Playoff-Revanche gegen die Telekom Baskets Bonn. In einer umkämpften und abwechslungsreichen Partie, die an die fünf intensiven Duelle im Viertelfinale im Mai erinnerte, lag die Heimmannschaft im ersten und im dritten Viertel jeweils mit neun Punkten vorn, Bonn konnte den Spielstand aber immer wieder drehen.
Die Vorentscheidung fiel durch einen 10:0-Lauf der Gastgeber. Dadurch wurde in der Schlussphase aus einem 65:70-Rückstand eine 75:70-Führung, die das Team von Headcoach Saša Filipovski in den verbleibenden 101 Sekunden der Partie nicht mehr abgab. „Glückwunsch an meine Spieler für diesen großen Kampf. Ich bin froh, dass wir zusammen mit unseren Fans diesen Heimsieg holen konnten“, sagte Filipovski nach der Partie.
Topscorer der Begegnung war Eddie Colbert III mit 27 Punkten und einer Dreierquote von 71 Prozent (5 von 7). Auch Würzburger Seite trafen außerdem Sam Griffin (16 Punkte/4 Dreier), Max Jones (13/1) und Brandon Tischler (10/1) zweistellig. Highlights und das komplette Spiel im Re-Live gibt es bei Dyn. Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets mit drei Auswärtsspielen in Folge: Am kommenden Mittwoch starten sie bei AEK Petrolina Larnaca in den FIBA Europe Cup, am Samstag steht das BBL-Spiel bei den ROSTOCK SEAWOLVES auf dem Programm, am 14. Oktober geht es im FEC nach Griechenland.
Nur neun Ballverluste (Bonn: 16), viele wichtige Dreier von Eddie Colbert III (5) und Sam Griffin (4), außerdem mehrere starke Aktionen von Charles Thompson in den entscheidenden dreieinhalb Minuten des Spiel: Das waren die Schlüssel zum Heimsieg am Freitagabend in der Würzburger Turnhölle. Die Unterstützung von den Rängen erreichte gleich zu Beginn eine playoff-ähnliche Lautstärke, weil die Hausherren genau da weitermachten, wo sie fünf Tage zuvor beim 90:67-Auswärtssieg in Ulm aufgehört hatten.
Brandon Tischler brachte die Baskets mit einem Korbleger und einem Dreier noch vor Ablauf der ersten Spielminute mit 5:0 in Führung und traf kurze Zeit später erneut (9:5, 4. Minute). Auf Bonner Seite versenkte Marcus Foster seine ersten beiden Dreier, dann sorgte Alijah Comithier für den 10:10-Ausgleich. Die Gastgeber antworteten mit Drei-Punkte-Treffern von Eddie Colbert und Max Jones und einem 9:0-Lauf, die erste etwas deutlichere Führung von 19:10 in der 8. Minute hielt aber nicht lange: Patrick Heckmann verkürzte noch vor der ersten Viertelpause mit fünf Punkten auf 21:17.
Gut 90 Sekunden später traf Marcus Foster seinen dritten Dreier zur ersten Bonner Führung (21:22, 12. Minute). Von da an war es bis zur Halbzeitpause eine hart umkämpfte Partie mit fünf weiteren Führungswechseln. Kurz vor Ende des zweiten Abschnitts lagen die Filipovski-Schützlinge nach einem 8:2-Lauf mit 36:33 vorne, dann traf Bonns Topscorer Joel Aminu (14 Punkte) von der Dreierlinie zum Halbzeitstand von 36:36.
Nach der Pause wiederholte sich das Geschehen aus Viertel Nummer eins. Dieses Mal war es Sam Griffin, der im Würzburger Angriff die Würfe nahm und traf: Drei Dreier in Folge landeten im Bonner Korb. Dann übernahm Eddie Colbert III und erzielte mit zwei Dreiern und einem Korbleger die nächsten acht Würzburger Zähler, so dass der Vorsprung wieder auf neun Punkte angewachsen war (55:46, 28. Minute).
Nach einer Auszeit von Headcoach Marko Stankovic waren wieder die Bonner am Zug: Patrick Heckmann und Marcus Foster stellten den Spielstand noch vor der letzten Viertelpause auf 57:55. Dieses Momentum nahmen die Rheinländer auch mit in den Schlussabschnitt: Nach einem Aminu-Dreier aus gut acht Metern lagen sie wieder mit fünf Zählern vorn (62:67, 36. Minute).
Beim Spielstand von 65:70 startete kurze Zeit später Max Jones mit einem „And One“ den entscheidenden 10:0-Lauf der Hausherren, die sich in dieser Phase an beiden Enden des Spielfeld auf Charles Thompson verlassen konnten. Der 25-jährige Center erzielte den 70:70-Ausgleich, leitete dann mit einem Ballgewinn den nächsten Angriff ein, den Eddie Colbert auf Zuspiel von Calvin Wishart (6 Assists) zum 72:70 abschließen konnte.
Dann blockte Thompson einen Korblegerversuch von Grayson Murphy und hatte bei der nächsten Verteidigungssequenz entscheidenden Anteil daran, dass die 24-Sekunden-Uhr ohne Bonner Abschluss ablief. Ein Thompson-Freiwurf stellte den Spielstand bei verbleibenden 91 Sekunden auf 75:70, danach sorgten Sam Griffin und Eddie Colbert für die endgültige Entscheidung.
Sam Griffin (11 Punkte in der zweiten Halbzeit) traf in der Schlussminute seinen vierten Dreier zum 80:74, Colbert (17 Punkte in der zweiten Halbzeit) eroberte in der Verteidigung den Ball, wurde gefoult und versenkte 48 Sekunden vor dem Ende beide Freiwürfe zum 82:74 – damit standen die Fitness First Würzburg Baskets als Sieger fest.
Stimmen zum Spiel
Charles Thompson, Fitness First Würzburg Baskets:
„Das ist ein wichtiger Sieg für uns. Wir haben jetzt auch zuhause das Eis gebrochen, nachdem wir das letzte Woche gegen Oldenburg nicht geschafft haben. Es war ein hart umkämpftes Spiel. Bonn hat noch viele Spieler aus dem letzten Jahr, und sie sind sehr gut gecoacht. Die letzte Saison war mein erstes Jahr mit Bundesliga und Europapokal und vielen Reisen. Dadurch habe ich viel Erfahrung gesammelt und übernehme jetzt mehr Verantwortung als Führungsspieler unserer Mannschaft. Es macht immer Spaß, in unserer Halle zu spielen, unsere Fans gehören zu den besten Fans der BBL. Jetzt starten wir am Mittwoch in Zypern in den FIBA Europe Cup, in dem auch einige starke Mannschaften spielen.“
Saša Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Glückwunsch an meine Spieler für diesen großen Kampf. Bonn hat eine eingespielte Mannschaft, die sich gut kennt, sehr gut gecoacht ist und ein gutes System spielt. Wir dagegen sind ein neues Team und kennen uns noch nicht so gut. Wir hatten unter der Woche einige kranke Spieler, deswegen bin ich sehr glücklich über diesen Sieg. Ich bin froh, dass wir zusammen mit unseren Fans diesen Heimsieg holen konnten. Vielen Dank an alle, die gekommen sind und uns unterstützt haben. Diesen Support haben wir in jedem Spiel verdient, weil wir für Würzburg kämpfen und diese Stadt repräsentieren. Jetzt startet eine schwierige Phase mit drei Auswärtsspielen in Zypern, Rostock und Griechenland, das wird eine Herausforderung für uns.“
Marko Stankovic, Headcoach Telekom Baskets Bonn:
„Mit Ausnahme der Niederlage ist heute alles so gelaufen, wie wir es erwartet haben. Es war ein sehr physisches und intensives Spiel in einer guten Atmosphäre, wie immer in Würzburg. Glückwunsch an Coach Filipovski, seinen Trainerstab und seine Mannschaft. Ich möchte aber auch meinen Spielern gratulieren, sie haben sehr physisch gespielt und bis zum Ende nicht aufgegeben. Ich denke, dass einige kleine Details den Ausschlag gegeben haben. Entscheidend war vor allem der Moment, als wir im letzten Viertel mit fünf Punkten vorn waren und dann für ein paar Minuten den Fokus verloren haben. Das hat Würzburg sehr gut ausgenutzt und das Spiel gedreht. Würzburg hatte mehr Würfe als wir, viele davon wegen unserer 16 Ballverluste. Das ist über unserem Durchschnitt, und selbst konnten wir bei Würzburg nicht genug Turnovers erzwingen. Enttäuscht sind wir aber nur über die Niederlage, mit allem anderen sollten wir zufrieden sein. Jetzt müssen wir regenerieren und uns auf die beiden sehr wichtigen Spiele in der nächsten Woche vorbereiten.“
Fitness First Würzburg Baskets – Telekom Baskets Bonn 83:76
(21:17, 15:19, 21:19, 26:21)
Für Würzburg spielten:
Eddie Colbert III 27 Punkte/5 Dreier, Sam Griffin 16/4, Max Jones 13/1, Brandon Tischler 10/1, Kenny Dye 6/2, Calvin Wishart 6/1 (6 Assists), Charles Thompson 5 (10 Rebounds/3 Blocks), Leo Saffer, Lukas Herzog, Marko Petric.
Top-Performer Bonn:
Joel Aminu 14/2 (3 Steals), Marcus Foster 13/3, Grayson Murphy 10/1 (10 Assists).
Key Stats:
Ballverluste: Würzburg 9 – Bonn 16
Dreierquote: Würzburg 44 Prozent – Bonn 35 Prozent
Ballgewinne: Würzburg 8 – Bonn 3


